Fußball
Marco Russ ein Kämpfer

Marco Russ. Bild: dpa

Frankfurt/Main. Der Schock über die Tumorerkrankung von Marco Russ schlug bei Eintracht Frankfurt vor der Bundesliga-Relegation gegen den 1. FC Nürnberg in eine Jetzt-Erst-Recht-Stimmung um. Trotz seiner schweren Erkrankung lief der Verteidiger am Donnerstag im Hinspiel auf und wurde für seine Courage von den Fans vor dem Anpfiff gefeiert. Der Tumor wurde nur deshalb erkannt, weil eine Doping-Probe bei dem 30 Jahre alten Ersatz-Kapitän einen auffällig hohen Wert des Wachstumshormons HCG in seinem Körper ergeben hatte. Russ wird bereits am Dienstag operiert, stellte sich zuvor aber noch einmal in den Dienst der Mannschaft, die um den Verbleib im Fußball-Oberhaus kämpft.

"Die Ärzte sind sich sicher, dass er kurzfristig operiert werden muss, aber eine körperliche Belastung sich nicht negativ auf seinen Zustand auswirkt", erklärte Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen kurz vor dem Anpfiff der Partie. "Sonst hätten wir das nicht gemacht." Gemessen an der schrecklichen Diagnose und all ihren Folgen habe der Spieler aber "sehr gefasst" reagiert. Russ war nach Auskunft von Bruchhagen in den vergangenen Wochen dreimal kontrolliert worden. Der HCG-Wert sei kontinuierlich gestiegen. Deshalb hatte der Verein am Mittwoch sofort reagiert, als er von der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada darüber informiert wurde.

"Wir müssen der Nada dankbar sein, dass sie diese Ergebnisse ermittelt und uns den Hinweis gegeben hat, dass diese dringend eine Untersuchung erforderlich machen", sagte Bruchhagen. Russ wurde deshalb noch am Mittwoch zu einem Internisten und in ein biochemisches Institut geschickt. Blutwerte, Urinwerte und ein Ultraschallbild bestätigten dann die "schwere Tumorerkrankung".

Abseits des Dramas um Russ legen sich die Hessen mittlerweile mit der Staatsanwaltschaft an. Die ermittelte gegen Russ zunächst wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Anti-Doping-Gesetz und ließ dabei auch seine Privatwohnung, seinen Spind auf dem Trainingsgelände und sein Zimmer in jenem Hotel durchsuchen, in dem sich die Eintracht auf das Nürnberg-Spiel vorbereitete. Dass der Fußball-Profi erkrankt und nicht gedopt ist, erfuhren die Ermittler angeblich erst aus den Medien.
Weitere Beiträge zu den Themen: Fußball-Bundesliga (78)Marco Russ (3)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.