Fußball
Messi fehlt nur noch der WM-Titel

Zürich. Mit dem Ballon d'Or in seinen Armen stand Lionel Messi in der Interview-Zone des Kongresshauses in Zürich und sah aus wie ein Erstklässler, der am ersten Schultag seine Zuckertüte umklammert. Auch nach seinem fünften Titel als Weltfußballer des Jahres wirkte der argentinische Superstar immer noch nicht wie der Imperator der Fußballwelt. Der ist er aber. Und seine Lust am Spiel verheißt nichts Gutes für seine Konkurrenten. Wichtiger als glänzende Trophäen im Arm bleibt dem Heroen des FC Barcelona der Ball am Fuß. "Ich weiß nicht, wie viele Ballon d'Or ich noch gewinnen werde, ich habe doch gerade erst diesen gewonnen", sagte Messi.

Cristiano Ronaldo hatte den Ort seiner Niederlage da schon wortlos verlassen. Viel ist wieder gesprochen und geschrieben worden, vor und nach der Fifa-Glamour-Gala in Zürich, über die Rivalität zwischen Messi und dem Portugiesen. Spätestens nach dem fünften Weltfußballer-Titel von Messi (zuvor 2009 bis 2012) ist der nicht minder sensible, aber als enorm eitel verschriene Ronaldo mit seinen drei Ballon d'Or (2008, 2013, 2014) derzeit keine Referenzgröße mehr für Messi. Und der erstmals auf Platz drei gelandete Club-Kollege Neymar kann es mit 23 Jahren noch nicht sein.

26 Titel mit FC Barcelona


Alfredo di Stefano, Pelé, Franz Beckenbauer, Johan Cruyff, das sind die Größen seines Sports, zu denen sich der erst 28 Jahre alte Messi unwiederbringlich gesellt. "Fünf Ballon d'Or machen ihn zu einer lebenden Legende, nicht nur im Fußball, sondern im gesamten Sport", schrieb die argentinische Zeitung "La Nacion" - und legte doch den Finger in die Wunde: "Es fehlt nur der WM-Titel." Alles hat er mit dem FC Barcelona gewonnen, bisher 26 Titel - aber nichts mit Argentinien.

Messis Makel bleibt sein konstantes Scheitern mit der Albiceleste, das räumte der Genius auch in Zürich selber ein. Alle fünf Weltfußballer-Titel würde er hergeben, für den WM-Pokal, der ihm 2006, 2010 und 2014 immer durch Niederlagen gegen Deutschland verwehrt wurde. Dieses Manko trennt ihn auch von Diego Maradona, den ewig verehrten Fußball-Heroen in seiner Heimat.
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