Fußball
Mit Offensivfußball die Liga erobern

Wenn das eintrifft, was Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl verspricht, könnten die künftigen Spiele der Ostdeutschen interessant werden. Bild: dpa
 
Wenn das eintrifft, was Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl verspricht, könnten die künftigen Spiele der Ostdeutschen interessant werden. Bild: dpa

Sinsheim. Die Euphorie über den Last-Minute-Punkt beim Fußball-Bundesligadebüt soll Aufsteiger RB Leipzig durch die Saison und schon bei der Heimspiel-Premiere gegen den Branchen-Riesen Borussia Dortmund zum ersten Sieg tragen. "Dortmund muss sich auf eine Truppe einstellen, die einfach Bock hat und den Willen, in der Liga etwas zu reißen", formulierte RB-Kapitän Dominik Kaiser eine kecke Kampfansage an den BVB nach dem 2:2 (0:0) bei 1899 Hoffenheim.

Die markigen Worte konnten sich Kaiser & Co. nach dem erfrischenden Offensiv-Auftritt in Hoffenheim locker leisten. "Wir haben die zweitmeisten Torschüsse des Spieltages abgegeben, nach Bayern München. Ich denke, dass wir mit unserer Art, Fußball zu spielen, eine Bereicherung sein können", stellte Trainer Ralph Hasenhüttl mit Stolz in der Stimme fest.

Auch die Experten waren voll des Lobes. "Ich kann mir vorstellen, dass Leipzig oben angreifen und eines Tages in der Champions-League spielen wird", prophezeite Ex-Nationalspieler Michael Ballack beim TV-Sender Sky.

Die Sachsen hatten sichtlich Spaß, zumal sie sich mit dem späten Ausgleich von Marcel Sabitzer (90. Minute) für ihren couragierten Auftritt belohnten. Kompakt und giftig im Spiel gegen den Ball sowie mit Zug zum Tor - der Auftritt des Neulings konnte sich sehen lassen. "Wir werden weiter offensiv spielen, denn wir fühlen uns wohl in dem System", kündigte Stürmer Yussuf Poulsen an.

Bei ihrem Premieren-Tour durch die Liga will Leipzig vor prominenten Namen nicht haltmachen. "Wir brauchen uns nicht verstecken, haben Qualitäten und einen Spirit, der uns durch die Saison tragen wird. Wir stehen für einen gewissen Fußball. Den versuchen wir, in jeder Liga auf den Platz zu bringen", erklärte Kaiser. Der Mittelfeldspieler trug sich mit dem zwischenzeitlichen 1:1 (58.) als erster Bundesliga-Torschütze in die Vereinschronik ein.

Dabei spielten die Leipziger längst nicht am Limit, was die Gegentore von Lukas Rupp (55.) und Mark Uth (83.) belegten. "Sechs potenzielle Stammspieler haben gar nicht oder nur kurz gespielt. Wenn die noch dabei sind und alles ineinandergreift, haben wir noch Luft nach oben", erklärte Sportdirektor Ralf Rangnick.

Der hatte kurz vor dem Anpfiff mit der Verpflichtung des schottischen Nationalspielers Oliver Burke auf dem Transfermarkt einen Coup gelandet. Immerhin stand der 19 Jahre alte Offensivspieler von Nottingham Forest auch bei Topclubs wie Bayern München oder Manchester United auf dem Wunschzettel. "Ich habe es in den vergangenen zwei Jahren einige Male probiert, Toptalente von der Insel wegzulotsen. Das war mir bisher nie gelungen, weshalb ich kurz davor war, zu resignieren. Deswegen freut es uns, dass es jetzt gelungen ist", sagte Rangnick.

Ob der Neuzugang schon am Samstag kommender Woche im Topspiel gegen den BVB aufläuft, ist offen. Fest steht aber schon jetzt, dass der gesamte Verein dem 10. September entgegenfiebert. "Wir spielen erstmals daheim, vor ausverkauftem Haus. Wenn wir da wieder so auftreten, können wir auch Dortmund wehtun. Und wenn wir hinten die Null halten, können wir etwas reißen", sagte Offensivspieler Timo Werner. Auch Neu-Trainer Hasenhüttl war zuversichtlich: "Wir haben uns schnell an das höhere Niveau gewöhnt", sagte er. Seine Prognose: "Wir werden noch viel Freude mit dieser Truppe haben."
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