Fußball
Müller in der Medienfalle

Mailand. Seinen energischsten Konter startete Thomas Müller erst nach der Nullnummer gegen Italien. Mit ungewohnt belegter Stimme analysierte der deutsche Offensivmann und Ersatzkapitän das Remis in Mailand. Und dann brach er doch aus ihm heraus, der Frust über seine plötzliche Rolle als deutscher Buhmann. Das Reizwort San Marino reichte. "Ich habe die Aussage in einem ruhigen Ton getroffen. Es wurde auch nur eine Überschrift verfasst mit einem Wortfetzen aus der ganzen Geschichte. Wer das Interview live sieht, sieht, dass ich beide Seiten beleuchtet habe, dass ich auch Verständnis hatte für die San-Marinesen", sprudelte es aus Müller heraus. "Aber so ist das halt ab und zu, wenn man mit den Medien spricht, sieht man halt, wie das so abläuft. Der Leser liest nur die Überschrift und das habe ich mal wieder unterschätzt."

Mit einem süßsauren Lächeln nahm der 27-Jährige zur Kenntnis, dass der Verursacher des Wirbels, Alan Gasperoni, ein Ex-Funktionär aus San Marino, seine polemische Frontalkritik als Symbol der hyperreichen Profis und Prototyp des hässlichen Deutschen gar nicht "persönlich gemeint" hatte. Er habe die öffentliche Wirkung seines Briefes bei Facebook unterschätzt, letztlich sei er sogar Müller-Fan, sagte er.
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