Fußball
Nein zur Mammut-WM

Es ist noch zu früh, darüber zu reden.

Paris. Ein klares Nein zu einer Mammut-WM mit 40 Teams und ein vernehmbares Vielleicht für eine elitäre Fußball-Superliga: Europas Top-Clubs bringen sich in Zeiten der großen Krise bei Fifa und Uefa unter der Führung von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge geschickt in Stellung. Die Gründung einer eventuell selbst organisierten Superliga als Ersatz für die Champions-League ist noch kein Thema, mit der Betonung auf "noch", denn als Drohkulisse gegenüber der Uefa taugt das Thema immer wieder.

"Es ist noch zu früh, darüber zu reden", sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge bei der Sitzung der European Club Association ECA am Dienstag in Paris. Stattdessen befinde man sich in der Diskussionsphase, wie die kontinentalen Club-Wettbewerbe weiterentwickelt werden könnten. "Es ist wichtig, eine gute ausbalancierte Lösung für alle Beteiligten zu finden", sagte Rummenigge.

Zu Jahresbeginn hatte der Bayern-Chef bei einem Vortrag in Italien selbst die Debatte einer Superliga mit einem festen Stamm an Teilnehmern aus den großen Fußball-Nationen wie Deutschland, England und Spanien wieder angestoßen. Im Kern geht es den Topclubs aktuell um eine möglichst hohe finanzielle Beteiligung an den Erlösen der Champions-League und Europa-League. Für den Zyklus 2015 bis 2018 wurde diese im März 2015 geregelt. Bis zum kommenden Jahr müsse ein Vorschlag der Uefa für die Zeit von 2018 bis 2021 vorgelegt werden, betonte Rummenigges Stellvertreter als ECA-Chef, Umberto Gandini.

Eine Aufstockung der Fußball-WM auf 40 Mannschaften wird derweil kategorisch abgelehnt. Die "gesunde Bilanz" zwischen Vereinsfußball und den Nationalmannschaften dürfe "nicht riskiert werden", hieß es. "Diese Idee gefällt uns nicht", sagte Gandini vom AC Mailand. Die europäischen Vereine würden die Hauptakteure einer WM stellen und bezahlen. Zusätzliche Belastungen seien nicht akzeptabel. Ein größeres WM-Teilnehmerfeld war von der Fifa-Reformkommission vom Turnier 2026 an vorgeschlagen worden. Auch Präsidentschaftskandidat Gianni Infantino ist für acht weitere WM-Starter. Trotz eines Dissenses in dieser Sache sprachen sich die ECA-Mitglieder für Infantino als künftigen Fifa-Präsidenten aus.

Finanzielle Kompensation in dreistelliger Millionenhöhe bekommen die Vereine für die Abstellung ihrer Spieler für die EM im Sommer. Die Fußball-Bundesligisten können rund 5800 Euro pro Tag für jeden ihrer Spieler kalkulieren.
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