Fußball
Nerven liegen blank

Leverkusen.
() Trainer Roger Schmidt rastete fast aus, seine Profis Karim Bellarabi und Javier "Chicharito" Hernandéz gingen aufeinander los, und Rudi Völler konnte seinen Zorn schwer verbergen. "Das passiert im Fußball", kommentierte der Sportdirektor von Bayer Leverkusen nach dem 1:1 (1:1) gegen den FC Barcelona den Zoff auf dem Rasen und wetterte: "Sonst sagt man, bei uns ist es zu ruhig. Jetzt scheißen sie sich mal zusammen, und dann ist das auch nichts."

Mit der Fußball-Idylle ist es bei Bayer 04 nach dem verpassten Einzug ins Achtelfinale der Champions-League vorbei - die Europa-League ein schwacher Trost. "Dass wir das Spiel nicht gewonnen haben, ist tragisch - ein Drama", sagte völlig frustriert Chefcoach Schmidt, der einem TV-Reporter von Sky nach einer harmlosen Bemerkung mit dem Abbruch des Interviews drohte.

Das Remis im Parallelspiel war die perfekte Vorlage für das erhoffte Achtelfinal-Wunder. "Das tut sehr weh. Es wird mein ganzes Leben in meinem Gedächtnis bleiben, dass wir heute nicht gewonnen haben", sagte Schmidt. Vielleicht auch, weil die Werkself gegen ein durch Weltstar Lionel Messi aufgewertetes B-Team aus Barcelona selbst schuld war und für die desaströse Chancenverwertung bestraft wurde.

25:4 lautete die Torschussbilanz für den Gastgeber gegen die sehr irdischen Außerirdischen. Ein Treffer gelang aber nur Chicharito (23.), der das 1:0 durch Messi (20.) ausgleichen konnte. Es lag an der über weite Strecken sichtbaren Plan- und Ideenlosigkeit, aber auch an zu großem Eigensinn, dass weitere Tore ausblieben. Außer sich vor Wut brüllte Chicharito kurz vor Ende der Partie Bellarabi an, der mehrfach nicht an den Mexikaner abgespielt hatte. Schiedsrichter Mark Clattenburg (England) musste die Streithähne trennen.

Nach dem nicht angenommenen Weihnachtsgeschenk von Barça geht es nun für Bayer in der Europa-League weiter. "Wir müssen das akzeptieren. Der Herausforderung stellen wir uns", sagte Völler nach dem ärgerlichen Königsklassen-K.o. zunächst wenig begeistert. Der Werksclub könnte am Montag prominente Vereine wie FC Sevilla, FC Valencia, Galatasaray Istanbul oder Schachtjor Donezk als Zwischenrunden-Gegner zugelost bekommen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.