Fußball
Pep will Eins mit Sternchen

Vollgas gibt Pep Guardiola in seinem letzten Münchener Jahr. Er möchte nicht nur die Champions-League gewinnen. Bild: dpa

Pep Guardiola geht in seine Abschlussprüfungen beim FC Bayern. Atlético Madrid wird entscheidend für die Gesamtnote. "Schlauere Fußballer" hat er entwickelt, aber Ruhm gebührt nur Siegern.

München. Erst Real, dann Barça, jetzt Atlético - die "Großen Drei" des spanischen Vereinsfußballs bestimmen das Abschlusszeugnis von Pep Guardiola beim FC Bayern. Eins mit Sternchen oder doch "nur" nationaler Glanz? Im dritten und letzten Münchener Jahr möchte der 45 Jahre alte Startrainer jedenfalls in der Champions-League nicht noch einmal im Halbfinale gegen eine Mannschaft aus seinem Heimatland scheitern. "Ich will das Finale erreichen", sagte Guardiola vor dem kniffligen und gerade atmosphärisch hitzigen Hinspiel bei Atlético Madrid am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky).

Bei einem Global Player wie dem FC Bayern muss die Arbeit eines Trainers natürlich hauptsächlich am internationalen Abschneiden gemessen werden. Meisterschaften, auch nationale Pokalsiege sind Pflichtprogramm, sie gehören in München zum Alltag. Und Guardiola, der zweimal mit dem FC Barcelona die Champions-League gewinnen konnte, weiß um die Maximalansprüche in den Topclubs. "Der Ruhm ist nur für den Sieger, die Nummer eins, nicht für die Nummer zwei. Wir müssen darum kämpfen, der Erste zu sein", erklärte er selbst.

In seinen ersten zwei Bayern-Jahren ging das in der Königsklasse jeweils auf der vorletzten Etappe schief. 2014 krachend gegen Real Madrid (0:1, 0:4), 2015 gegen seine große Liebe, den FC Barcelona (0:3, 3:2). "Wir haben die Champions-League wegen der Qualität unserer Gegner verloren. Real und Barcelona waren top", sagte er rückblickend.

Gegen Atléticos Kämpfer mit dem extrem emotionalen Trainer Diego Simeone soll Guardiolas Münchener Dreijahresplan doch noch aufgehen. "Es wird ein großes, großes Duell", prophezeite der Katalane, der die aufgeheizte Atmosphäre im Estadio Vicente Calderón bestens aus seiner Zeit bei Barça kennt. "Dort herrscht die beste Stimmung in Europa."

Guardiola weiß um den Druck, der auf ihm lastet. Aber für ihn ist es, ebenso wie für seine Spieler, "positiver Druck", wie es Thomas Müller formulierte. "Es ist sehr schön, um ein Halbfinale zu kämpfen", sagte der Weltmeister. Guardiola empfindet es ähnlich. Schließlich kann er in den letzten maximal fünf Wochen als Bayern-Trainer noch alles abräumen: Meisterschaft, Pokal, Königsklasse - das Triple!

"Bis zur letzten Minute um alle Titel zu kämpfen, das ist sehr schön", bemerkte Guardiola. Er selbst ist mit sich im Reinen, für ihn sind die drei Jahre in München so oder so eine gute Zeit gewesen. "Es war super, toll", sagte er nach dem 2:0 am Wochenende in Berlin. "Ich habe viel gelernt als Trainer und als Mensch."
Der Ruhm ist nur für den Sieger, die Nummer eins, nicht für die Nummer zwei. Wir müssen darum kämpfen, der Erste zu sein.Bayern-Trainer Pep Guardiola
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