Fußball
Platini verweigert Aussage vor der Fifa

Michel Platini. Bild: dpa

Zürich. Michel Platini verweigert das letzte Verhör vor den Fifa-Ethikhütern. In einer 17-zeiligen Mitteilung seiner Anwälte begründete der gesperrte Uefa-Präsident am Mittwoch seinen Verzicht auf eine erneute Aussage vor der rechtsprechenden Ethikkammer mit einer angeblichen "Missachtung der Unschuldsvermutung" durch die Juristen des Weltverbands. Der Chef der Europäischen Fußball-Union war eigentlich für den Freitag vorgeladen. Einen Tag vorher soll Fifa-Boss Joseph Blatter, der wegen einer dubiosen Millionenzahlung an Platini ebenfalls suspendiert ist, noch einmal aussagen.

Die einst mächtigsten Männer des Weltfußballs fühlen sich zu Unrecht verfolgt und vorverurteilt. Das politisch motivierte Verfahren diene allein dazu, seine Kandidatur für das Amt des Fifa-Präsidenten zu verhindern, polterte Platini in seiner Absage an die Ethikkommission. Wortgewaltig machten er und Blatter schon in den vergangenen Wochen Stimmung gegen die Fifa-Ethiker. "Inquisition", "Verstoß gegen die Menschenrechte" oder "öffentliche Hinrichtung" - Blatter und Platini wähnten sich mit ihrer Suspendierung für 90 Tage offenbar schlimmer gestraft als manch ein Schwerverbrecher.

Die früher eng verbündeten und inzwischen zerstrittenen Spitzenfunktionäre fuhren schwere Geschütze auf. Nur so recht entkräften konnten beide den Vorwurf der Korruption nicht. Die rechtsprechende Ethikkammer betonte indes am Mittwoch, Platinis Fall "unabhängig und unvoreingenommen" zu behandeln. "Obwohl sich Herr Platini damit um die Möglichkeit brächte, der Spruchkammer seine Sicht der Dinge persönlich darzulegen, könnten dies nach wie vor seine Anwälte tun", hieß es.

Urteil am 21. Dezember


Am 21. Dezember will der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert das Strafmaß für Platini und Blatter verkünden. Es ist zumindest fraglich, ob beide eine Sperre - womöglich sogar lebenslänglich - noch abwenden können. Danach bliebe noch eine Berufung und ein Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Die Zeit eilt. Am 26. Februar will sich Platini auf einem außerordentlichen FIFA-Kongress eigentlich zu Blatters Nachfolger wählen lassen. Blatter selbst will dann noch einmal den Zeremonienmeister spielen.
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