Fußball
Polenim Torrausch

Polens Trainer Adam Nawalka brauchte Robert Lewandowski bei dessen später Einwechslung keine intensiven Anweisungen mehr geben, denn sein Team hatte Gegner Finnland auch ohne den Topstürmer beim 5:0-Sieg voll im Griff. Bild: dpa

Der deutsche EM-Gegner Polen war auch ohne Robert Lewandowski auf Torejagd, Europameister Spanien traf dagegen gar nicht. Und Deutschland-Bezwinger England hat vor dem nächsten Top-Match gegen die Niederlande gleich zwei Probleme hinzugewonnen.

München/Hamburg. Die deutsche Fußball-Nationalelf unterliegt England, Europameister Spanien kommt erneut über ein Unentschieden nicht hinaus, dagegen präsentiert sich Polen torhungrig. Finnland wurde auch ohne Treffer von Bayern-Torjäger Robert Lewandowski glatt 5:0 bezwungen. EM-Titelverteidiger Spanien musste am Ostersonntag mit einem 0:0 in Rumänien zufrieden sein. Und die Engländer haben nach dem "Wunder von Berlin" zwei Probleme: im Tor und mit Kapitän Rooney.

Rumänien - Spanien 0:0

Auch im zweiten EM-Test des Jahres gelang den Iberern kein Sieg. Vier Tage nach dem 1:1 gegen Italien kam das Team von Vicente del Bosque nur zu einem enttäuschenden 0:0 in Rumänien, das am 10. Juni das EURO-Eröffnungsspiel gegen Gastgeber Frankreich bestreitet. Die Gastgeber waren besser, es gelang aber kein Tor gegen Iker Casillas, der mit seinem 166. Einsatz einen europäischen Länderspielrekord aufstellte. Zweieinhalb Monate vor EM-Beginn macht sich Alarmstimmung breit. "Das sieht nicht gut aus", schrieb "Marca". Und Del Bosque gab zu: "Ich kann nicht zufrieden sein. Wir hatten Schwächen im Angriffsspiel über die Flügel und in der Ballzirkulation."

Polen - Finnland 5:0

Polen in Torlaune: Nach dem 1:0 über Serbien servierten die Osteuropäer die Finnen ab. Kamil Grosicki, Pawel Wszolek (je 2) und Filip Starzynski trafen für die Mannschaft um den eingewechselten Münchner Lewandowski, der per Freistoß die Latte traf. "Wir sind jetzt schon erstaunlich gut drauf, wie man an den Toren sieht, und wir haben noch ein bisschen Zeit bis zur EM", sagte Lewandowski nach seinem 75. Länderspiel. Diese Marke erreichten vor ihm in Polen erst zehn Profis.

Österreich - Albanien 2:1

Bayern-Star David Alaba lachte nach dem Abpfiff, noch glücklicher war Alessandro Schöpf: Der eingewechselte Schalker gab sein Debüt im Nationaldress. Gegen Albanien verlor das Team von Marcel Koller trotz 2:0-Führung die Spielkontrolle. "Wir können nicht ganz zufrieden sein. Unsere Leistung und unser Spiel insgesamt haben noch viel Luft nach oben", sagte der Stuttgarter Martin Harnik. Marc Janko traf nach Vorarbeit des Bremers Zlatko Junuzovic, Harnik erhöhte. Insgesamt kamen elf in Deutschland beschäftigte Profis zum Einsatz. Bereits am Dienstag (20.30 Uhr) geht's für Österreich gegen die Türkei.

Portugal - Belgien (Dienstag)

Das Match wurde nach dem Terroranschlag in Brüssel nach Leiria verlegt. Die Portugiesen wollen die 0:1-Heimpleite gegen Bulgarien wettmachen, bei der Superstar Cristiano Ronaldo einen Elfmeter vergab. Aber die Belgier streben auch ohne verletzte Asse wie Vincent Kompany und Kevin De Bruyne den sechsten Sieg in Serie an. "Wir können uns immer noch verbessern", glaubt Keeper Thibaut Courtois. Ziel sei, "die großen Nationen bei wichtigen Turnieren zu schlagen".

Frankreich - Russland (Dienst.)

Viereinhalb Monate nach den Pariser Anschlägen kehren "Les Bleus" ins Stadion zurück, das damals auch im Visier der Terroristen stand. Das Match gegen Russland wühlt drückende Erinnerungen auf - und soll der Mannschaft trotzdem Rückenwind vor der EM im eigenen Land geben. Zumal es Frankreichs letztes Testspiel ist, ehe Didier Deschamps den EM-Kader benennt. 1999 beendete Russland die 27 Spiele andauernde Serie der Blauen ohne Niederlage, damals spielte Deschamps noch für Frankreich. "Wir wollen in der Vorbereitung nur gegen Teams mit sehr hohem Niveau testen", sagte der Trainer vor dem Duell mit den Russen.

England - Niederlande (Dienst.)

Nach dem 3:2-Erfolg bei Weltmeister Deutschland hat Englands Coach Roy Hodgson zwei Probleme. Nach Stammtorwart Joe Hart verletzte sich auch Jack Butland. Harts Stellvertreter muss nach einem Knöchelbruch wohl auf die EM verzichten. Wie in Berlin dürfte Fraser Forster gegen "Oranje" zum Zuge kommen. Derweil steht mehr denn je die Rolle des verletzten Kapitäns für die EM in Frage. "Wayne Rooney darf nicht bei der EM starten", forderte die "Daily Mail" nach dem Top-Auftritt der Jungen Wilden in Berlin. "Ich wiederhole - Wayne ist unser Kapitän", betonte Hodgson, der Rooney nicht fallen lassen will. Was aber, wenn die verjüngten "Three Lions" auch gegen die Holländer wieder glänzen?
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