Fußball
Prestige-Duell um Supercup

Der Dortmunder Sven Bender und Thomas Müller (oben) vom FC Bayern kämpfen am 21. Mai 2016 im DFB-Pokalfinale, das die Münchener im Elfmeterschießen gewannen, um den Ball. Am Sonntag kommt es in Dortmund im Supercup zum Prestige-Duell zwischen beiden Teams. Bild: dpa

Was für ein Saison-Prolog! Im Supercup treffen die beiden deutschen Branchenführer aus Dortmund und München aufeinander. Nicht nur deshalb birgt die Partie reichlich Brisanz.

Düsseldorf. Pflichtspieldebüt für Bayern-Coach Carlo Ancelotti, erster Stresstest für den runderneuerten BVB, emotionale Rückkehr von Mario Götze und Mats Hummels - der 54. Bundesliga-Saison steht eine vielbeachtete Ouvertüre bevor. Ungeachtet der Olympia-Konkurrenz sorgt das Duell um den Supercup zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München am Sonntag (20.30 Uhr/ZDF und Sky) gleich aus mehreren Gründen für Gesprächsstoff.

"Es ist schöner, mit so einem Spiel zu starten als mit einem Nullachtfünfzehn-Spiel. Es geht um einen Titel", kommentierte Münchens Weltmeister Thomas Müller.

Die Zeiten, in denen der Wettbewerb als besserer Test belächelt wurde, sind lange vorbei. Hohe TV-Einschaltquoten, die gute Auslandsvermarktung und der schnelle Verkauf aller 81 360 Eintrittskarten für das Dortmunder Stadion dokumentieren die gewachsene Bedeutung. "Überall im Ausland sprechen mich die Leute auf diese Begegnung an", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dem "Kicker", "dieser Titel strahlt in die ganze Welt aus."

Keine Experimente


Konstellationen wie in diesem Jahr erhöhen die Aufmerksamkeit für den 2010 wiedereingeführten Supercup zusätzlich. So beginnt für Guardiola-Nachfolger Ancelotti eine neue Zeitrechnung. Dem international erfahrenen Italiener bietet sich bereits in seinem ersten Pflichtspiel mit einem deutschen Team die Chance, seine umfangreiche Titelsammlung zu vergrößern. Nicht zuletzt deshalb kündigte er an, in Dortmund auf Experimente verzichten zu wollen und die beste Mannschaft aufzubieten. "Alle Wettbewerbe sind wichtig. Wir versuchen zu gewinnen", sagte Ancelotti.

Anders als sein Münchener Kollege kann Thomas Tuchel nicht auf ein eingespieltes Team setzen. Wie schwer die Integration von immerhin acht Neuzugängen ist, bekam der BVB-Coach zuletzt bei den beiden mäßigen Auftritten der Borussia gegen Sunderland (0:1) und Bilbao (0:1) zu spüren. Freimütig bekannte er, dass die Partie gegen den Meister für sein Team eigentlich zu früh kommt: "Es gab schon bessere Phasen, um Bayern München herauszufordern. Nach den Eindrücken der letzten beiden Testspiele sind wir gut beraten, die Ansprüche gegen die Bayern nicht zu groß werden zu lassen."

Gut möglich, dass Tuchel nur wenige Tage nach dem intensiven Trainingslager in den Schweizer Alpen auf den Einsatz des einen oder anderen müden Neuzugangs verzichtet. Ob Götze in der Startformation steht, ließ der Coach offen. Dabei gehört der BVB-Rückkehrer zu den vermeintlichen Hauptdarstellern der Partie. Drei Jahre nach seinem viel diskutierten Weggang nach München könnte der in Dortmund sozialisierte Nationalspieler wieder in Schwarz-Gelb vor der Südtribüne auflaufen.

Auch Hummels geht nicht unbefangen in die Partie. Der Innenverteidiger kommt nach achteinhalb Jahren beim BVB erstmals als Gegner in den Signal Iduna Park und muss deshalb mit lautstarken Unmutsbekundungen rechnen. Ancelotti erwägt offenbar nicht, dem Weltmeister einen möglichen Spießrutenlauf zu ersparen: "Hummels hat viel Erfahrung. Ich habe ihn in dieser Woche gesehen, er ist ruhig und konzentriert."

Es ist schöner, mit so einem Spiel zu starten als mit einem Nullachtfünfzehn-Spiel. Es geht um einen Titel.Thomas Müller
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