Fußball
Spektakulärer Doppel-Wechsel

Was für eine Rochade! Markus Weinzierl wechselt vom FC Augsburg zum FC Schalke 04. Dirk Schuster geht von Darmstadt 98 nach Augsburg. Nur einer der drei beteiligten Bundesliga-Vereine tat sich mit der Bestätigung erstmal schwer.

Augsburg. Der spektakuläre Doppel-Wechsel innerhalb der Bundesliga ist nach wochenlangen Spekulationen und halbherzigen Dementis perfekt: Markus Weinzierl wechselt vom FC Augsburg zum FC Schalke 04, Dirk Schuster verlässt Darmstadt 98 und geht zum FCA. Doch passend zum Hickhack der vergangenen Tage bestätigten die Schalker die Verpflichtung ihres Wunschtrainers als Letzter der beteiligten Vereine. Das hatten zuvor schon die Augsburger in unmissverständlichen Worten getan.

Schuster nach Augsburg


"Der FC Augsburg und Trainer Markus Weinzierl gehen ab sofort getrennte Wege. Der Vertrag, der eigentlich noch bis zum 30. Juni 2019 datiert war, wurde aufgelöst, weil sich der FCA mit dem FC Schalke 04 auf den Wechsel des 41-Jährigen verständigt hat", hieß es in einer Pressemitteilung der Augsburger. Schuster erhält bei dem Klub aus Bayern einen Dreijahresvertrag und bringt auch seine Co-Trainer Sascha Franz und Frank Steinmetz mit.

Wer neuer Trainer in Darmstadt wird, war zunächst offen. Als neuen Sportlichen Leiter verkündeten die Lilien am Donnerstag den früheren Nationalspieler Holger Fach. Der 53-Jährige tritt das neu geschaffene Amt ab sofort zunächst für zwei Jahre bis zum 30. Juni 2018 an und soll heute offiziell vorgestellt werden.

"Nach einer tollen, unvergesslichen, erfolgreichen Zeit in Darmstadt freue ich mich auf die neue Herausforderung in Augsburg", wurde Schuster in der Mitteilung der Augsburger zitiert. Über die Ablösesummen für Schuster an Darmstadt und Weinzierl an Augsburg machten die beteiligten Vereine keine Angaben. Dem Vernehmen nach muss Augsburg inklusive Nebenleistungen rund 1,1 Millionen Euro an Darmstadt für die vorzeitige Freigabe überweisen.

Schalke soll für den neuen Chefcoach eine Ablösesumme von rund drei Millionen Euro an Augsburg bezahlen. Das wäre eine Rekordsumme für einen Trainerwechsel innerhalb der Bundesliga. Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig hatte sich kürzlich die Verpflichtung von Trainer Ralph Hasenhüttl vom FC Ingolstadt angeblich 1,5 Millionen Euro kosten lassen.

Die offizielle Bestätigung der Schalker für den Transfer folgte eine Stunde später. Offensichtlich hing die offizielle Verkündung durch die Königsblauen noch immer an einer Formalie. "Es fehlt allein noch ein gegengezeichnetes Schriftstück", hatte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel noch am Mittwoch erklärt.

Doch dass der Revierclub seinen Top-Kandidaten endlich losgeeist hat, war schon sicher. Mit Weinzierl wollen die Schalker in eine erfolgreichere Zukunft aufbrechen. Beim chronisch nervösen Traditionsverein wartet aber eine Herkules-Aufgabe, an der allein in den vergangenen vier Jahren in Jens Keller, Roberto di Matteo und zuletzt André Breitenreiter drei Fußball-Lehrer mit unterschiedlichen Mentalitäten scheiterten.

Vier erfolgreiche Jahre


Weinzierl arbeitete vier Jahre erfolgreich in Augsburg, führte den FCA in der abgelaufenen Saison in die Zwischenrunde der Europa-League. Mit dem Erreichen des lange gefährdeten Klassenverbleibs sah er seine Mission bei den Schwaben aber erfüllt. "Wir haben alles erreicht, was wir zusammen erreichen konnten. Jetzt muss einer mit neuen Ideen und neuen Visionen übernehmen", hatte er schon in der vergangenen Woche seinen Abschied begründet.

Nach einer tollen, unvergesslichen, erfolgreichen Zeit in Darmstadt freue ich mich auf die neue Herausforderung in Augsburg.Dirk Schuster


Wir haben alles erreicht, was wir zusammen erreichen konnten. Jetzt muss einer mit neuen Ideen und neuen Visionen übernehmen.Markus Weinzierl
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.