Fußball
Strait um Champions-League-Reform

Athen. Eines der brisantesten Themen sparte der neue Uefa-Präsident Aleksander Ceferin zu Beginn seiner Amtszeit zunächst noch aus. Offiziell war die umstrittene Reform der Champions-League beim ersten Treffen der Uefa-Exekutive am Donnerstag in Athen kein Thema - stattdessen soll eine neue Arbeitsgruppe Einzelheiten des Königsklassen-Umbaus festzurren.

Dass dort nach dem Protest kleinerer Clubs und Länder die Änderungen allerdings wieder zurückgedreht werden, gilt als ausgeschlossen. Der neue Uefa-Chef Ceferin habe, "ganz klar gesagt, dass er keine unerfüllbaren Versprechungen macht", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel nach der Wahl. "Damit meint er sicherlich, dass die Entscheidung über die Mittel innerhalb der Champions-League von ihm nicht infrage gestellt wird." Ceferins hatte bemängelt, dass die Nationalverbände "nicht gescheit informiert" worden seien. "Wir müssen uns nun mit allen 55 Mitgliedsverbänden zusammensetzen, sehen was die Vereinbarung ist und dann weiter schauen", sagte der Slowene.

Ende August hatte die Uefa Reformpläne für die Königsklasse vorgestellt. Diese sehen unter anderen vor, dass die vier Topnationen des Uefa-Nationenrankings von der Saison 2018/19 an je vier Teams für die Gruppenphase stellen. Die Uefa reagierte mit dieser Entscheidung auf den Druck der Top-Clubs und der European Club Association ECA, die indirekt sogar mit einer Abspaltung gedroht hatten. Auch die Geldverteilung soll zugunsten historisch erfolgreicher Clubs verändert werden. Dies wurde besonders in Ligen mittlerer und kleiner Länder heftig kritisiert. Ein genauer Plan für die Neuverteilung der Startplätze soll erst im Dezember präsentiert werden.

Es gehe in der neuen Arbeitsgruppe nun darum, mögliche Einzelheiten festzulegen, bestätigte das dänische Uefa-Exekutivmitglied Allan Hansen am Donnerstag in Athen. "Es gibt noch einige Details, die diskutiert werden müssen." Karl-Heinz Rummenigge als ECA-Chef war nicht bei der Uefa-Exko-Sitzung, er wurde von Juventus-Präsident Andrea Agnelli vertreten. "Ich rede niemals", sagte der Italiener bei der Frage nach einem Kommentar.

Die weiteren Themen vom ersten Exekutiv-Treffen unter Ceferin:

GENERALSEKRETÄR: Theodore Theodoridis bleibt auch dauerhaft Uefa-Generalsekretär. Auf Vorschlag von Ceferin bestätigte die Exekutive den Griechen im Amt. Dieses führte er seit Anfang März auf Interimsbasis aus. Bevor Theodoridis vor einem halben Jahr berufen wurde, war er Stellvertreter und Vertrauter von Gianni Infantino. Dieser hatte die Uefa nach seiner Wahl zum Präsidenten des Weltverbands Fifa verlassen.

KÖNIGSKLASSEN-SHOWDOWN: Das Finale der Champions-League wird am 26. Mai 2018 in Olympiastadion von Kiew stattfinden. Das Endspiel des Super Cups zwischen den Siegern der Champions-League und der Europa-League wird am 14. August 2018 im estnischen Tallinn ausgetragen.

VORBILDLICHE FANS: Die Fans von Island, Irland, Nordirland und Wales werden für ihren "außergewöhnlichen Beitrag" während der EM im Sommer in Frankreich ausgezeichnet.
Weitere Beiträge zu den Themen: UEFA (11)Ceferin (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.