Fußball
„Super Visitenkarte“

Markus Weinzierl schied mit den Augsburgern in der Europa-League aus. Jetzt konzentriert sich beim FC alles auf den Liga-Erhalt. Bild: dpa
Sport DE/WELT
Deutschland und die Welt
27.02.2016
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Liverpool. Der stimmungsvolle Abschied an der Anfield Road macht Lust auf mehr, aber erst einmal zählt für den FC Augsburg nur noch der Existenzkampf in der Bundesliga. Viele Emotionen, besondere Erinnerungen und eine gute Portion Selbstvertrauen: Das alles nimmt das Team um den herausragenden Schlussmann Marwin Hitz nach dem bitteren K.o. in der Europa-League gegen Jürgen Klopps FC Liverpool aus der Fußball-Kultstätte mit für den Fight um den Klassenverbleib.

"Wenn wir uns weiter so entwickeln und wenn wir den Abstiegskampf überstehen, dann können wir sicherlich irgendwann wieder angreifen", erklärte Routinier Tobias Werner, "aber das interessiert mich jetzt nicht. Dieses Jahr will ich unbedingt in der Liga bleiben. Das wird schwierig genug, und am Sonntag geht es da schon weiter."

Spätestens mit der Landung am Freitag in München mussten Trainer Markus Weinzierl und seine Mannschaft den Fokus komplett auf das schwierige Bundesliga-Duell am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach richten. "Wir nehmen unheimlich viel Stolz mit. Die Mannschaft hat eine super Visitenkarte abgegeben. Daraus ziehen wir sehr viel Selbstvertrauen." Nach dem 0:0 im Hinspiel verpassten die Schwaben beim 0:1 das sensationelle Achtelfinale wegen eines zweifelhaften Handelfmeters von James Milner (5. Minute) denkbar knapp.

"Sie können extrem stolz darauf sein, was sie gerissen haben", lobte auch Klopp den FCA, tröstete noch auf dem Rasen einige Gegner. "Ein unglaubliches Erlebnis. Jeder hat gemerkt, wie viel Spaß es in der Euroleague macht", erzählte Manager Stefan Reuter. "Für das Image des Clubs war Europa enorm wertvoll, wir haben einen ganz anderen Bekanntheitsgrad erlangt. Die Mannschaft ist toll aufgetreten."

So teuer sich der FCA beim ruhmreichen FC Liverpool verkaufte, die Partie deckte auch noch einmal eine große Schwäche auf: die Offensivkraft. Nur drei Tore glückten den Schwaben in fünf Bundesliga- und zwei Europa-League-Spielen in diesem Jahr. "Du brauchst den Lucky Punch, um das ganz große Drehbuch zu schreiben", sagte Weinzierl, und auch etwas Wehmut klang durch.
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