Fußball
Torloses Revierderby enttäuscht

Das prestigeträchtige Nachbarduell zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 war nichts für Fußball-Ästheten. Dafür lieferten sich die Akteure packende Zweikämpfe wie hier das Luftduell zwischen Schalkes Eric-Maxim Coupo-Moting (links) und Dortmunds Matthias Ginter. Bild: dpa

Dortmund. Krise? Welche Krise? Obwohl die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit erneut tiefer wurde, wirkten die Dortmunder Profis wenig beunruhigt. Auch nach der Nullnummer im Revierderby gegen den FC Schalke 04 hielten sich die Sorgen in Grenzen. "Wir haben keine Krise, stehen in der Champions-League prima da, sind im Pokal eine Runde weiter, hinken in der Liga aber leider etwas hinterher", kommentierte Weltmeister Matthias Ginter den Hinweis auf das vierte Spiel seiner Mannschaft in Serie ohne Sieg.

Auf die Fragen nach dem großen Abstand zum Spitzenreiter FC Bayern von acht Punkten reagierten die Dortmunder ebenfalls erstaunlich gelassen. Genau wie auf die traurige Statistik, dass sie zum ersten Mal seit Erfassung der Daten (1992) daheim in einer Halbzeit keinen einzigen Torschuss abgaben. Doch der erfolglose Oktober der Borussia in der Bundesliga schlug Nationalspieler Mario Götze schon aufs Gemüt: "Das fühlt sich scheiße an." Beim Blick auf die Tabelle kam auch Thomas Tuchel, der sein erstes BVB-Tief seit seinem Wechsel im Sommer 2015 erlebt, ins Grübeln: "Das nervt uns auch, die Lücke nach oben wird immer größer."

Bei allem Frust über den erneut ausgebliebenen Erfolg überwog jedoch die Zuversicht. Immerhin erspielte sich der BVB nach Wiederanpfiff einige Torchancen und war am Ende einem Sieg näher als der Erzrivale. "Die zweite Halbzeit macht uns großen Mut, dass wir kurz davor sind zu gewinnen. Das ist nur eine Frage der Zeit", sagte Tuchel. Mit festem Blick fügte er an: "Ich traue uns dann auch zu, dass wir in Serie gewinnen."

Anders als die Dortmunder werteten die Schalker das 0:0 als einen Erfolg. "Ich nehme den Punkt mit - und gute Laune", sagte Kapitän Benedikt Höwedes. Nach zuletzt sieben Pflichtspielen ohne Niederlage gerät der miserable Saisonstart mehr und mehr in Vergessenheit. "Wir sind dabei, das Ding zu drehen. Noch fehlen uns aber Siege", befand Manager Christian Heidel. Ähnlich sah es Trainer Markus Weinzierl: "Wir wissen, dass wir den Start in den Sand gesetzt haben, sind aber auf einem guten Weg." Sorge bereitet dem Coach allerdings die wachsende Zahl verletzter Spieler. Zum Leidwesen von Weinzierl zog sich Max Meyer eine Bänderverletzung im rechten Sprunggelenk zu.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.