Fußball
Turbulenter Neustart

Zum Rundumschlag hat der Aufsichtsratsvorsitzende und Hauptanteilseigner des Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München, Hasan Ismaik, ausgeholt. Nach der Trainerentlassung zog er im Internet richtig vom Leder. Bild: dpa

Mit Daniel Bierofka soll 1860 München wieder erfolgreich sein. Der Fußball steht bei den "Löwen" aktuell aber etwas im Schatten, angesichts des Auftretens von Investor Ismaik. Der sorgte mit einem wüsten Facebook-Eintrag mal wieder für Aufsehen.

München. Für den Beginn seines zweiten Rettungseinsatzes bei 1860 München hätte Interimstrainer Daniel Bierofka auf den Trubel rund um Hasan Ismaik gern verzichtet. Der einmal mehr skurrile Auftritt des Investors im Internet samt Schimpftiraden in mehrere Richtungen soll die Profis des kriselnden Fußball-Zweitligisten aber sportlich nicht ablenken. Das zumindest hofft Bierofka, der nach dem Absturz der "Löwen" bis kurz vor die Abstiegszone und der Beurlaubung von Chefcoach Kosta Runjaic mal wieder für die Wende sorgen soll.

"Mich persönlich tangiert das überhaupt nicht, ich will mich nur auf das Tagesgeschäft konzentrieren", sagte Bierofka. "Ich habe der Mannschaft auch gesagt, sie soll sich nicht zur sehr mit dem Umfeld beschäftigen." Zumal das Auswärtsspiel am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) bei Tabellenführer Eintracht Braunschweig kompliziert genug wird für die Sechziger, die von zuletzt neun Zweitligaspielen nur eines gewinnen konnten.

Wütender Facebook-Beitrag


Das Geschehen auf dem Platz ist seit Wochenbeginn, der Trennung von Runjaic und einer sonderbaren Pressekonferenz mit Ismaik aber nicht das Gesprächsthema Nummer eins bei den "Löwen". Auch nicht bei Ismaik selbst, der am Donnerstagabend einen wütenden Facebook-Beitrag veröffentlichte. Darin wetterte er gegen "Leute im Verein, die Korruption und Plünderung unterstützen". Der Geldgeber kündigte an: "Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug für den TSV 1860 kämpfen, um alle Machenschaften in diesem großartigen Verein aufzudecken." Auch die Medien bleiben nicht verschont, denen der Jordanier eine "Lügenkampagne" sowie die Manipulation der Fans unterstellt. "Der TSV 1860 ist zum Spielball von dunklen Interessen geworden", behauptete Ismaik. Danach appellierte der Bayerische Journalistenverband (BJV) via Twitter an den Geschäftsmann und die anderen Verantwortlichen bei 1860, "ihre Medienkritik doch bitte sachlich zu äußern".

Am Freitagabend verkündeten die "Löwen" daraufhin einen Presseboykott und wollen künftig weder Vereinsverantwortliche noch Spieler oder Trainer für Interviews zur Verfügung stellen. Den Verpflichtungen der Liga, etwa bei Spieltags-Pressekonferenzen, komme 1860 weiter nach.

Und in all dem Chaos soll Bierofka aus seinen Spielern wieder Sieger machen. Er glaubt an den Aufschwung, sogar schon bei der Eintracht. "Wir haben auch unsere Waffen und können Braunschweig vor Probleme stellen", meinte er.
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