Fußball
Überhitztes Derby

Gereizte Stimmung: Zu einem Großeinsatz wurde für die Polizei im Stadion und in der Stadt das Fußballderby zwischen Darmstadt 98 und Eintracht Frankfurt. Bild: dpa

Darmstadt. Am Abend nach all den Wendungen, Schmähungen, Prügeleien und Provokationen bei diesem völlig überhitzten Derby versuchte es Niko Kovac mit ein paar versöhnlichen Worten. "Ich würde mir wünschen, dass wir es beide schaffen und in der Bundesliga bleiben", sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt nach dem glücklichen 2:1 (0:1)-Sieg bei Darmstadt 98.

Genau das ist nach diesem Duell der beiden ungleichen Nachbarn sogar wieder möglich. Darmstadt zittert, Frankfurt hofft - das späte Tor von Stefan Aigner (83. Minute) hat den Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga wieder völlig durcheinandergeschüttelt.

Die Frankfurter haben es am Samstag aber auch tatsächlich geschafft, sich bei ihrem kleinen Nachbarn noch unbeliebter zu machen, als sie es vorher schon waren. Sie haben ihren direkten Abstiegsplatz zumindest bis Montag verlassen und den frechen Aufsteiger wieder ganz tief mit unten hineinzogen. Die Eintracht hat aber auch gezeigt, wie man eine ohnehin gefährliche Situation noch unnötig weiter aufheizen kann. Denn die Frankfurter Spieler feierten diesen wichtigen Sieg mit einem Gang zu jenen Fans auf der Hintertortribüne, die dort eigentlich gar nicht stehen durften.

Das DFB-Sportgericht hatte für dieses Derby einen Ausschluss der Eintracht-Anhänger verfügt, aber rund 300 von ihnen hatten sich über das Internet trotzdem Karten besorgt. Schon während der zweiten Halbzeit wurden sie massiv von Darmstädter Fans attackiert, die Polizei musste wie so häufig an diesem Tag energisch dazwischen gehen. Dass nun auch noch die Frankfurter Spieler feiernd vor die Kurve traten, machte die Stimmung nur noch aggressiver.

Die Szene machte noch einmal deutlich: Dieses Spiel war von vornherein beides - ein Sicherheitsrisiko und ein ganz bedeutender Nachmittag für den Abstiegskampf. Die Bilanz der Polizei lautete am Ende: 530 vorläufige Festnahmen, mehrere Schlägereien vor, während und nach der Partie, aber nicht die befürchteten schweren Krawalle.
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