Fußball
Von der 2. Liga ins Pokalfinale

Es ist ein schönes Fußball-Märchen: Vor einem Jahr spielen Julian Weigl und Joshua Kimmich noch in der 2. Liga gegeneinander. Jetzt sind sie als Konkurrenten um einen Platz im EM-Aufgebot nominiert. Und vorher steht noch ein Duell um einen Titel an.

München. Pep Guardiola sagte den bedeutsamen Karriereschritt von Joshua Kimmich und Julian Weigl schon vor ihrem ersten Bundesliga-Duell voraus. "Sicher, beide werden in der Nationalmannschaft spielen", prophezeite der katalanische Startrainer im vergangenen Herbst. Die Ausnahmetalente des FC Bayern und von Borussia Dortmund rücken durch die Berufung in das vorläufige deutsche EM-Aufgebot beim Pokal-Finale am Samstag in Berlin noch mehr in den Fokus.

Mit Vorfreude nach Ascona


Im ausverkauften Olympiastadion sind der 21 Jahre alte Münchner Kimmich und der 20 Jahre alte Dortmunder Weigl Gegner bei "einem richtigen Highlight", wie der Bayern-Profi sagte. Mit der Abreise ins EM-Trainingslager drei Tage später nach Ascona werden sie zu Konkurrenten um einen Platz im endgültigen Aufgebot für die Europameisterschaft.

Weigl reagierte mit großer Freude auf seine Nominierung: "Der Moment als der Anruf von Joachim Löw kam, war unbeschreiblich. Da bin ein bisschen im Dreieck gesprungen. Das war ein Traum für mich." Ähnlich euphorisch reagierte Kimmich: "Wenn man im vorläufigen Kader steht, dann versucht man auch alles, um dabei zu sein. Ich werde auf jeden Fall Vollgas geben. Ich habe zehn Tage Zeit, mich da zu zeigen. Aber erstmal kommt das Pokalfinale für uns."

Eine EM-Teilnahme hätten sich die Nachwuchs-Nationalspieler noch vor gar nicht langer Zeit bestimmt nicht träumen lassen. Weigl kämpfte in der vergangenen Saison in der 2. Bundesliga mit dem TSV 1860 München erfolgreich gegen den Abstieg. Kimmich mühte sich mit RB Leipzig vergeblich um den Bundesliga-Aufstieg. Nach den Wechseln zu den beiden deutschen Spitzenclubs hat der Münchner Kimmich mit einem 5:1 und 0:0 gegen BVB-Profi Weigl die Nase vorn. Mehr Spielminuten in den direkten Duellen aber hat der junge Dortmunder.

Lob von Trainern


"Ich bin überrascht, wenn ich diese Qualität sehe. Ein Spieler mit 19 oder 20 Jahren spielt mit dieser Persönlichkeit", staunte selbst Guardiola über die Dortmunder Entdeckung. BVB-Trainer Thomas Tuchel lobt vor allem das sichere Passspiel von Weigl. Am letzten Ligaspieltag stellte er mit 214 Ballkontakten im Spiel gegen Köln einen ligaweiten Rekord auf.

Kimmich, für den die Bayern rund sieben Millionen Euro bezahlten, stand in seinem ersten Jahr im Münchner Starensemble in 70 Prozent aller Pflichtspiele auf dem Platz. "Er hat gezeigt, er hat die Qualität. Er ist ein schneller Spieler, kopfballstark", schwärmte Guardiola.

Eines hat Kimmich seinem Konkurrenten Weigl voraus: Einen großen Titel. Mit der deutschen Meisterschaft erfüllte sich für ihn "ein Kindheitstraum". Jetzt will Weigl in Berlin kontern. Anders als beim Duell in der Hauptstadt gibt es beim Kampf um einen EM-Platz aber nicht wirklich Verlierer. Selbst wenn beide keinen Platz im endgültigen EM-Kader ergattern sollten, würde im Sommer eine Traumreise locken: Bei den Olympischen Spielen in Rio könnten Weigl und Kimmich Seite an Seite spielen.
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