Fußball
Zidane zieht mit Guardiola gleich

"Ganz nett" - Zinedine Zidane misst dem 16. Liga-Sieg in Serie keine größere Bedeutung bei. Für den Real-Trainer zählen Titel mehr als die Einstellung des seit 2011 gültigen Liga-Rekords. Bild: dpa

Barcelona. Zinedine Zidane gab sich ganz bescheiden. "Der Rekord? Ist ganz nett. Wichtig ist aber, dass die Jungs alle hart arbeiten und hervorragend spielen", sagte der Trainer von Champions-League-Sieger Real Madrid nach dem 2:0 bei Espanyol Barcelona am Sonntag und ging schnell zur Tagesordnung über. Kurz zuvor hatte der Weltmeister von 1998 mit Reals 16. Liga-Sieg in Serie die Bestmarke von Erzrivale FC Barcelona und Star-Coach Pep Guardiola aus dem Jahr 2011 eingestellt. "Zizou schnappt sich Guardiola", titelte "AS". Dabei sei der Franzose, erst seit Anfang des Jahres Proficoach, ja fast noch ein Lehrling, so die Zeitung.

Alles laufe zur Zeit "sehr gut", ergänzte Zidane. Das tut es in der Tat bei den Königlichen um Weltmeister Toni Kroos. In Barcelona verteidigte der Champions-League-Gruppengegner von Borussia Dortmund die Tabellenführung der Primera División auch ohne die leicht angeschlagenen Sturmstars Cristiano Ronaldo und Gareth Bale souverän. Nach vier Runden liegen die beiden Verfolger, Titelverteidiger FC Barcelona und UD Las Palmas mit je neun Punkten weiterhin drei Zähler zurück.

Mit Kroos, der eigentlich geschont werden sollte, aber früh für den verletzten Casemiro ins Spiel musste (19.), kam gegen Espanyol nach zögerlichem Start viel Schwung ins Spiel der Gäste - wie auch Heim-Trainer Quique einräumte. "Mit Kroos hatte Real plötzlich mehr vom Spiel. Wir mussten uns mehr nach hinten orientieren." Für die Tore sorgten zwei bei Fans und Medien umstrittene Stars, die Zidane mit viel Fingerspitzengefühl langsam wieder aufbaut: Der Kolumbianer James Rodríguez (45.+2) und der Franzose Karim Benzema (71.).

Seit dem 0:1 im Derby gegen Atletico am 27. Februar eilen die "Merengues" in der Liga von Sieg zu Sieg. Die Bilanz lautet seitdem: 48 Punkte, 51:12 Tore. Zidane, der bei Reals Reserveteam Castilla wenig Erfolg hatte, genießt den Aufschwung mit Zurückhaltung. Von seinen Schützlingen wird der 44-Jährige aber in höchsten Tönen gelobt. "Unter Zizou wurden die Egos beiseite gestellt. Alle fühlen sich nun wichtig", verriet der Ex-Leverkusener Dani Carvajal das Geheimnis des Erfolgs und der nach dem Rausschmiss von Rafa Benítez eingekehrten Teamgeschlossenheit.

Am Mittwoch ist der CF Villarreal im Santiago Bernabéu zu Gast. Carvajal bereitet den früheren Bayern-Trainer und heutigen Manchester-City-Coach Guardiola bereits auf den endgültigen Verlust des Rekords vor: "Wir wollen wieder gewinnen."
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