Fußballverband Sachsen-Anhalt will den FC Ostelbien Dornburg loswerden
Antrag auf Ausschluss

Nach mehreren Gewaltausbrüchen von Spielern des FC Ostelbien Dornburg gegen Schiedsrichter und Kicker anderer Teams will der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) den Club loswerden. "Wir haben beim Landessportbund den Antrag auf Ausschluss des FC Ostelbien Dornburg gestellt", sagte Verbandspräsident Erwin Bugar am Dienstag in Magdeburg. Begründet wurde der Antrag mit groben Verstößen des Vereins gegen die Satzung des FSA. Eine schnelle Lösung wird es jedoch nicht geben: "Der Landessportbund muss zunächst den betrof-fenen Verein anhören", erklärte LSB-Vorstandsvorsitzender Lutz Bengsch.

Der FSA argumentiert, dass in seiner Satzung festgeschrieben sei, dass sich die bei ihm organisierten Vereine gegen Gewalt, Rassismus, politischen Extremismus und Homophobie einsetzen. Gegen diese Prinzipien hätten die Kicker aus Dornburg eklatant verstoßen. Bei Spielen mit den Ostelbiern war es zu Schlägereien, Schiedsrichterbeleidigungen und zu provozierten Spielabbrüchen gekommen. "Der Verein ist nicht gegen diese Gewalt und gegen Gewaltverherrlichung vorgegangen", sagte Bugar.

15 Rechtsextremisten

Vier Vereine hatten erklärt, nicht mehr gegen die Dornburger antreten zu wollen. In den Reihen des Vereins befinden sich nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes 15 Rechtsextremisten. "Ein Nichtantritt wird in der Regel sanktioniert", sagte FSA-Geschäftsführer Christian Reinhardt. Zwar gebe es einen gewissen Ermessensspielraum, den der FSA auch mit Fingerspitzengefühl ausloten wolle, doch die Sportgerichtsbarkeit sei unabhängig. Dass es zu Konflikten kommen wird, ist sicher: Da der FC Ostelbien Dornburg nun erst einmal Gelegenheit zur Anhörung bekommen muss, kann der Club am 29. August in die Kreisliga-Saison starten.

Wie Bengsch sagte, hat es in den vergangenen 25 Jahren einen vergleichbaren Fall noch nicht gegeben. Auch ein Ausschlussverfahren in dieser Form sei neu. Der FSA hatte 2007 versucht, dem FC Ostelbien die Spielberechtigung zu verweigern. Der Club hatte sich aber vor dem Verwaltungsgericht in den Spielbetrieb eingeklagt. Auch im Vorfeld der FSA-Entscheidung hatte der Club angekündigt, bei Einleitung eines Ausschlussverfahrens Rechtsmittel einlegen zu wollen. Zuletzt hatte ein Vereinssprecher in der "Magdeburger Volksstimme" den Vorwurf, dass eine größere Gruppe der Spieler und Vereinsmitglieder als rechtsextrem einzustufen sei, als "haltlos und unbegründet" zurückgewiesen.
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