Geänderte Handball-Regeln treten erst später in Kraft
Rückzieher kurz vor der Frauen-WM

Die Revolution ist vertagt. Statt bereits zur am Samstag startenden Frauen-WM werden die fünf neuen und teils einschneidenden Regeln im Handball erst wie einst geplant zum 1. Juli 2017 eingeführt. "Für eine WM, wo es auch noch um Olympia geht, wäre das vermessen gewesen. Da wäre zu viel dem Zufall überlassen gewesen", sagte Peter Rauchfuß, Schiedsrichterchef im Deutschen Handballbund (DHB).

Einen ganzen Katalog von Neuerungen wollte der Weltverband IHF bei der WM in Dänemark einführen: Blaue Karte, Zwangspause für Verletzte, passives Spiel, Fouls kurz vor Spielende und kein Leibchen-Zwang für siebten Feldspieler. Auf Intervention von mindestens zwei skandinavischen Nationen wurde das Vorhaben aber heimlich, still und leise wieder zurückgenommen. "Dass es jetzt zurückgenommen wurde, ist richtig und gut", urteilte Rauchfuß.

Dem Regel-Hickhack wollte Frauen-Bundestrainer Jakob Vestergaard keine Bedeutung zumessen. "Wir haben darüber gesprochen. Aber wir spielen wie immer und denken nicht mehr daran", sagte der Däne. Er hat ohnehin andere Sorgen, denn nach drei Testspielen ohne Sieg sucht sein Team noch die WM-Form. Über die Vorrundenspiele gegen Frankreich, Argentinien, Brasilien, Südkorea und Kongo sowie ein Achtelfinale muss er seine Mannschaft ins Viertelfinale führen, um einen Platz im Olympia-Qualifikationsturnier zu ergattern.
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