Gegenseitige Schuldzuweisungen nach der Niederlage gegen die Schweiz
Miese Stimmung bei Deutschen

Nico Hennecke in Aktion: Der Leonberger sicherte sich die deutsche Fourcross-Meisterschaft im Jugendbereich. Bild: hfz
Zur Abstiegsangst bei der Eishockey-WM kommen nun auch Differenzen im deutschen Team. Vor dem nächsten Hammer-Spiel am Donnerstag (20.15 Uhr/Sport 1) gegen den Titelfavoriten Schweden ist die Stimmung mies bei der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Gegenseitige Anschuldigungen nach dem offensiven Offenbarungseid beim 0:1 gegen die Schweiz am Dienstag zeigen deutlich: Es passt einfach nicht bei dieser Weltmeisterschaft - sowohl in der Mannschaft, als auch im Trainerteam.

"Ich will es eigentlich nicht sagen, aber wir haben vier Wochen etwas trainiert und jetzt stehen wir drin und machen es anders. Das ist die Erklärung, ganz einfach", polterte Hamburgs Stürmer Thomas Oppenheimer bemerkenswert offen nach dem zweiten torlosen WM-Spiel binnen 48 Stunden vor laufender Sport1-Kamera. Dies war durchaus als offene Kritik vor allem am Mannheimer Block mit sechs Meisterspielern und Coach Geoff Ward als WM-Assistenten von Bundestrainer Pat Cortina zu verstehen. Ward ist beim deutschen Team für das Überzahlspiel und das Coaching der Stürmer verantwortlich, kam aber wie seine Spieler nach der gewonnenen Meisterschaft erst in der Woche vor dem Turnierbeginn hinzu.

Katastrophale Überzahl

Seitdem hapert es in der Offensive, das Verständnis auf dem Eis fehlt. Die DEB-Auswahl ist mit zwei Törchen aus drei Spielen das harmloseste Team der gesamten WM bislang. Das Überzahlspiel ist eine Katastrophe, die deutschen Spieler kommen noch nicht einmal in die Formation im gegnerischen Drittel, um überhaupt aufs Tor zu schießen.

"Sagen wir einfach mal, es ist schlecht. Das muss besser sein", bekannte Mannheims Stürmer Kai Hospelt, der seine etwas andere Sicht der Dinge ebenfalls offen formulierte: "Natürlich trainieren wir das auch. Aber da müssen wir uns im Spiel auch dran halten. Nur wenn alle fünf das gleiche machen, kann es auch funktionieren." Hospelt kennt Wards Philosophie aus dem Club aus dem Effeff, die anderen Spieler wundern sich nun. "Vielleicht war es für den ein oder anderen auch zu viel, was eingefordert worden ist", hatte Generalmanager Charly Fliegauf schon vor dem Schweiz-Spiel geäußert.
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