Gladbach tanzt, Bayern trauert

Die Gladbacher Spieler hatten nach 90 Minuten noch genügend Kraft, um vor ihren Fans ein Tänzchen aufzuführen. Mit dem Sieg in München hatte natürlich keiner gerechnet. Bild: dpa

Nach fast einem Jahr erwischt es die Bayern daheim in der Liga wieder. Ein Patzer von Neuer leitet das 0:2 gegen Gladbach ein. Dazu verletzt sich Arjen Robben und muss mehrere Wochen aussetzen.

Manuel Neuer hakte seinen Fauxpas schon auf dem Weg aus der Arena ab, dagegen wird den FC Bayern die Verletzung von Arjen Robben noch länger beschäftigen. Mehrere Wochen wird der niederländische Toptorjäger dem FC Bayern München wegen eines Bauchmuskelrisses fehlen. "Das ist mindestens genauso schlimm wie die Niederlage", erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Neuer schaute nach dem Schlusspfiff ein wenig ungläubig, applaudierte kurz den Fans zu und schlich vom Platz. Ausgerechnet der sonst so souveräne Weltmeister leitete mit einem groben Patzer am Sonntag beim 0:2 (0:1) gegen Borussia Mönchengladbach die Niederlage ein.

"Mein Fehler war, dass ich den Ball festhalten wollte. Ich wollte den Ball nicht nach vorne abklatschen lassen", schilderte der Keeper die Schlüsselszene des Spiels in der 30. Minute, als er Raffael zum ersten von zwei Treffern verhalf. Nach der Pause (77.) schlug der Brasilianer ein zweites Mal zu. Es besiegelte die erste Heimpleite in der Liga seit dem 12. April 2014 (0:3 gegen Borussia Dortmund). Ohne Robben und ohne den noch verletzten Franck Ribéry fehlten den Bayern die zündenden Ideen gegen gut strukturierte Gladbacher - und zumindest der Niederländer wird noch einige Zeit vermisst werden. "Es wird nicht so kurz dauern, es dauert eher länger", prognostizierte Sportvorstand Matthias Sammer.

Dagegen feierte die Fohlen-Elf ihren dritten Sieg im 47. Bundesligaspiel in München euphorisch und behauptete so den wichtigen dritten Platz vor Bayer Leverkusen. "Wir haben Fußball gespielt und gute Lösungen gefunden. Es war aber nur ein Spiel, drei Punkte, und es ist schon wieder vorbei", sagte Gäste-Coach Lucien Favre.

Für Neuer ist die Fohlen-Elf dabei alles andere als ein Lieblingsgegner. Schon in seinem ersten Bundesliga-Spiel im Bayern-Trikot griff der Startorhüter 2011 gegen Igor de Camargo daneben und ermöglichte der Borussia einen 1:0-Sieg in München. Und im Rückspiel hatte der Keeper ebenfalls eine Mitschuld an der 1:3-Niederlage. Auch wenn die Niederlage keine sonderlichen Auswirkungen auf die Tabellenkonstellation (zehn Punkte Vorsprung auf den VfL Wolfsburg) hat, dürfte sie doch vor den entscheidenden Wochen der Saison zu denken geben. "Wir sind immer gewarnt. Wir wissen, was wir für Ziele haben und blicken optimistisch nach vorne", betonte Neuer.
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