Gnadenfrist für Bader und Ismaël

Klaus Schramm, Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Nürnberg, berichtet den Pressevertretern nach der Sitzung vom Verbleib des Trainers und des Sportvorstandes. Bild: dpa

Beim 1. FC Nürnberg dürfen Trainer Valérien Ismaël und Sportvorstand Martin Bader trotz des Misserfolgs zunächst weitermachen. Doch innerhalb des Aufsichtsrates gibt es unterschiedliche Auffasungen.

Der Absturz auf Zweitliga-Rang 16 hat zunächst keine Konsequenzen für die Verantwortungsträger beim 1. FC Nürnberg. Neben Trainer Valérien Ismaeël behält auch Sportvorstand Martin Bader seinen Posten, obwohl der stellvertretende Aufsichtsratschef Günther Koch nach dem desaströsen Saisonstart mit nur sechs Punkten aus den ersten sieben Spielen in der 2. Fußball-Bundesliga unverhohlen dessen Rücktritt gefordert hatte. "Ein Rücktritt wäre jetzt normal. Nur den Trainer zu entlassen, wäre ein Bauernopfer", befand Koch am Donnerstag und erhielt daraufhin einen mächtigen Rüffel von Klaus Schramm, dem Vorsitzenden des Nürnberger Kontrollgremiums.

Rüffel für Günther Koch

Nach einem mehrstündigen Gespräch am Vereinsgelände mit Bader sprach Schramm dem in die Kritik geratenen Vorstandsmitglied ebenso wie dem bisher erfolglosen Coach Ismaël das Vertrauen aus. "Es war nicht unser Ansinnen, irgendeine Veränderung herbeizuführen", behauptete Schramm und warf Koch offen "vereinsschädigendes Verhalten" vor. "Ich möchte mich im Namen meiner Aufsichtsratskollegen entschuldigen. Das ist kein guter Stil, wenn ein einzelnes Mitglied so an die Öffentlichkeit geht", sagte Schramm.

Eine weitere Zusammenarbeit mit Koch sei "nur noch schwer möglich", bilanzierte er. Pikant: Vor knapp einem Jahr hatte Schramm selbst für ein PR-Desaster gesorgt, als er entgegen der Öffentlichkeitsstrategie des Vereins Christian Gross zu seinem Nürnberger Wunsch-Trainer erklärte und Vertragsgespräche bestätigte. Als der Name des Schweizers in der Öffentlichkeit war, sagte Gross ab.

Ismaël, der das niederschmetternde 0:3 beim 1. FC Heidenheim am Mittwoch fassungslos von der Seitenlinie aus betrachtet hatte, erhält damit am Montag im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern noch eine weitere Bewährungschance. "Momentan bin ich der Trainer. Alles andere kann ich nicht beeinflussen", sagte der Deutsch-Franzose. Bader stand schon nach dem Abstieg im Sommer vor dem Aus, durfte aber auch wegen mangelnder Alternativen trotzdem den sportlichen Neuanfang planen. Doch anstatt wie gewünscht ganz vorne mitzuspielen, blamieren sich die Nürnberger momentan mit peinlichen Zweitliga-Vorstellungen.
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