Großbritannien
Internationale Pressestimmen zur Wiederwahl von Fifa-Chef Blatter

"The Times": Wir wissen nicht, ob Prinz Ali bin al-Hussein hätte liefern können, aber wir wissen sicher, dass Sepp Blatter es nicht kann und nicht wird. Der Fußballwelt war in Zürich das Versprechen eines "anbrechenden neuen Tages" angeboten worden an diesem Nachmittag. Stattdessen entschied sie sich dazu, in der Dunkelheit der Herrschaft Sepp Blatters zu bleiben.

"Telegraph": Jetzt wird es darum gehen, ob die Ermittlungen ihn zu Fall bringen können - er war nicht unter den 14, denen diese Woche Bestechung und Betrug vorgeworfen wurde - oder ob die (englische) Football Association und andere Uefa-Mitglieder, die so erbittert gegen ihn sind, Drohungen wahr machen, die Weltmeisterschaft zu boykottieren oder sich ganz aus der Fifa zurück zu ziehen.

Frankreich

"Le Figaro": Jetzt, wo der Skandal zutage gebracht wurde, kann es nicht mehr weitergehen. Doch muss man naiv sein, um zu glauben, dass die Fifa von heute auf morgen ihre Unschuld wieder findet. Das System ist da, fest verankert mit seinen Lügen und seiner Geldgier. Die Reform wird mit oder ohne Blatter Jahre dauern, ebenso lange wie der Kampf gegen Doping im Radsport. Die internationale Justiz, Polizei und die Politik müssen jetzt mitspielen.

"Le Journal de la Haute-Marne": Auf dem Papier hat Joseph Blatter gewonnen. Doch der Präsident der Fifa sitzt auf einem wurmstichigen Stuhl.

Schweiz

"Tages-Anzeiger": Der Konflikt mit dem europäischen Fussballverband Uefa wird an Schärfe zunehmen, es drohen Verhältnisse wie im Boxen: mehrere Verbände, die einander die Legitimation absprechen. Und dazu wartet auf Sepp Blatter die große Herausforderung in den USA.

USA

"Washington Post": Warum blüht Korruption in der Fußballwelt? Weil sie es kann. Man muss sich nur die Karriere von Fifa-Präsident/Diktator Sepp Blatter ansehen, der am Freitag selbst im Rahmen der Festnahmen zu einer fünften Amtszeit gewählt wurde. (...) Die Weltmeisterschaft der Frauen beginnt am 6. Juni in Kanada. Sepp Blatter wird in all seinem Glanz dort sein - im Grunde genommen unberührt vom laufenden Skandal, der die Grundlagen der Fifa erschüttert.

Russland

"Sport Express": "Der ewige Sepp. Ab und zu möchte zwar jemand anderes Fifa-Präsident werden, aber am Ende gewinnt immer Blatter."

"Sowjetski Sport": "Trotz der Skandale, trotz der Kritik, trotz der Festnahmen: Blatter gewann erneut. Dieser Mann scheint unschlagbar."

"Kommersant": "Der Krieg ist nicht vorbei. Vor allem Uefa-Chef Michel Platini ist nicht im Begriff, den Konflikt einfach so beizulegen."

Italien

"Gazzetta dello Sport": Das Gesetz von Blatter: Er gewinnt auch im Schlamm. Sepp V. ist bestätigt. Für den Moment. Prinz Ali zieht sich zurück, die Fifa bleibt in den Händen von Blatter. Aber die Schwierigkeiten haben noch kein Ende.

"Corriere dello Sport": Fifa, die letzte Schande: Sie haben Blatter wiedergewählt.

"Tuttosport": Fifa: Bla Bla Blatter. Der Oberst ist auch im Angesicht der Skandale als Präsident wiedergewählt worden.

"La Repubblica": Blatter ist noch immer der Patron des Fußballs. Weitere vier Jahre an der Macht, Niederlage für die Linie Platinis. Er hat es noch einmal geschafft, gab es daran Zweifel? Aber dieses Mal keine Ovationen. Vorsichtiger Applaus, weil alle wissen, dass es arrangiert ist.

Spanien

"El País": "Eine verpasste Chance. Die Wiederwahl von Blatter macht die demokratische Erneuerung des Fußballs zunichte. Eine schlechte Nachricht für den Sport.

"AS": Blatter bezwingt Ali im zweiten Durchgang. Er wird seinen Titel nun gegen das FBI verteidigen."

"Sport": Blatter bleibt auf dem Thron. Für die Korruptionsfälle wurde ihm keine Rechnung präsentiert.

Niederlande

"De Volkskrant": Europas Alptraum wird wahr. Dem Fußball stehen schwere Zeiten bevor. So sieht es jedenfalls jetzt aus. Die Frage ist unter anderem, was kommt noch mehr aus den Untersuchungen nach Korruption heraus? (...) Dennoch ist ein Austritt eine schlechte Idee. Europa sollte lieber versuchen, die Opposition gegen Blatter anständig zu organisieren und ihn auf reguläre Weise vom Thron zu stoßen.

"De Telegraaf": Die 209 Fußballländer sprachen dem 79-jährigen Schweizer ihr Vertrauen aus und sind nicht offen für Veränderung und mehr Transparenz. Sie bleiben lieber auf einem holprigen Weg voller Skandale. Damit bekommen sie mit Blatter den Führer, den sie verdienen.

Serbien

"Informer": Blatter ist stärker als Amerika.

"Danas": Der Fußball-Diktator ist der Liebling der armen Fifa-Mitglieder und Russlands

Belgien

"Grenzecho": FIFA-Skandal: Ende des '(ohn)mächtigen Sepp'

"De Tijd": 'Houdini' Blatter stürzt Fifa in Chaos

"De Standard": Michel Platini ist nicht wirklich ein weißer Ritter

"Het Nieuwsblad": Skandal nach Skandal, aber Blatter bleibt
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