Guardiola dämpft nach 1:0-Pflichtsieg bei Hertha-BSC rosarote Bayern-Stimmung
"Haben noch viel Arbeit"

Für die Spieler des FC Bayern, wie Arjen Robben (links) und Bastian Schweinsteiger war nach dem 1:0-Sieg bei Hertha BSC Freude angesagt. Trainer Pep Guardiola war mit dem aus seiner Sicht zu knappen Sieg nicht einverstanden. Bild: dpa
Ausgerechnet Pep Guardiola dämpfte die Münchner Feierstimmung schon in der Vorweihnachtszeit. Nachdem die Chefs die Zukunft ihres Vereins auf der großen Bayern-Versammlung mit Rekordzahlen in rosaroten Farben gemalt hatten, meldete der wichtigste Mitarbeiter zumindest noch ein bisschen notwendige Plackerei und Mühsal an. "In der zweiten Halbzeit haben wir gemerkt: Wir haben viel Arbeit", erklärte ein nachdenklicher Bayern-Coach nach einem 1:0-Pflichtsieg bei Hertha BSC und schloss an: "Wir sind erst im November. Wir haben noch viele Dinge zu verbessern."

Ein wenig beschlich die Beobachter in den Katakomben des Berliner Olympiastadions der Eindruck, die zunächst dominante, dann eher mit halber Kraft verwaltete Vorstellung seines Teams am 13. Bundesliga-Spieltag habe dem Fußball-Lehrer Guardiola in die Karten gespielt. Sportlich ist der Vorsprung auf die folgenden Clubs schon vier Runden vor dem Hinrunden-Abschluss so groß, dass nur noch über eine noch frühere Meisterfeier als in der Vorsaison diskutiert wird. "Wir arbeiten auch jeden Tag dafür, dass es uns in der Zukunft weiter gut geht", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in Berlin.

Da passte es dem Cheftrainer, dass er wieder einmal mahnen konnte: "Jedes Spiel ist schwer." Um die interne Spannung auch auf nationaler Bühne aufrechtzuerhalten. Allerdings hätte es nach 80 Prozent Ballbesitz und gleich sieben, acht dicken Torchancen weit höher für den FC Unbezwingbar der Bundesliga stehen müssen. "Es ist dann immer gefährlich, wenn du nur 1:0 führst", meinte Guardiola und bemängelte eine verloren gegangene Kultur und Spielweise nach der Pause. "Vielleicht waren wir nach 70 Minuten in Unterzahl in Manchester ein bisschen müde, unser Spiel war ein bisschen langsamer."

Robbens Siegtor

Doch das sechste Saisontor von Arjen Robben nach 27 Minuten reichte in der mit 76 197 Zuschauern ausverkauften Arena zum 16. Sieg der Bayern im 20. Saison-Pflichtspiel. Die erst spät mutiger werdenden Herthaner vermochten es nicht, die ganz kleinen Wackler der Bayern auszunutzen. Aber bei einer Aktion von Salomon Kalou, einem 35-Meter-Freistoß von Ronny und vor allem der letzten Schusschance von John Anthony Brooks fehlten die letzte Konsequenz "und auch ein bisschen Glück", bemerkte Hertha-Coach Jos Luhukay.
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