Guardiola hat die Qual der Wahl

Pep Guardiola muss sich doch gar nicht aufregen: Nachdem Franck Ribéry wieder fit ist, hat der Bayern-Coach im Offensivbereich optimale Gestaltungsmöglichkeiten. Ein oder zwei hochkarätige FCB-Angreifer werden gegen den Hamburger SV auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen. Bild: dpa

Im Jubiläumsspiel gegen den HSV hat Guardiola ein Luxusproblem in der Offensive zu moderieren: Fünf Stars rangeln um die Plätze - nur Robben ist aktuell unantastbar. Ribéry brennt auf ein Comeback.

Augenhöhe war einmal, die 100. Auflage des einstigen Nord-Süd-Klassikers FC Bayern gegen Hamburger SV findet mit klar verteilten Rollen statt. Und für das Jubiläumsspiel haben sich die Münchner Meister-Fußballer viel vorgenommen.

Schließlich geht es für sie nach einem mäßigen Rückrundenstart in der Bundesliga am Samstag um eine überzeugende Generalprobe für das Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale nur drei Tage später im ukrainischen Lwiw gegen Schachtjor Donezk. "Wir tun gut daran, die Spiele gegen Donezk nicht als einfache Spiele zu betrachten", mahnte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge vor dem finalen Warm-up.

Pep Guardiola weiß, dass die Leistungen des Rekordmeisters in den bislang durchwachsenen Rückrundenspielen nicht ausreichen, um Großes zu erreichen. "Wir haben acht Punkte Vorsprung. Aber wenn wir so spielen wie in den ersten drei Spielen, haben wir Probleme in der Bundesliga und keine Chance in der Champions-League."

58 Siege, 22 Unentschieden, 19 Niederlagen, 216:100 Tore - die Bilanz gegen den HSV spricht vor dem 100. Liga-Duell klar für den FC Bayern. Für den HSV waren die jüngsten Gastspiele in der Münchner Arena eher der blanke Horror; vier Niederlagen mit 3:23 Toren setzte es bei den letzten vier Ausflügen, besonders heftig fiel dabei die 2:9-Watschn vor knapp zwei Jahren aus. "Wenn du in München etwas mitnehmen willst, musst du alles abliefern, was du hast", äußerte Josef Zinnbauer entsprechend ehrfürchtig. Bei seinem Einstand als HSV-Chefcoach gelang ihm in der Hinrunde ein 0:0. 7000 HSV-Fans werden ihr Team in die ausverkaufte Allianz Arena begleiten.

Guradiola hat einige Luxusprobleme zu bewältigen. Franck Ribéry erweitert die exklusive Offensivabteilung der Bayern mit Arjen Robben, Robert Lewandowski, Mario Götze und Thomas Müller. Drei oder vier der fünf Offensivstars lautet für den Spanier die Startelf-Rechnung. Ribéry habe "gut trainiert". Der Franzose sei ebenso wie Abwehrspieler Rafinha "eine Option" für die Anfangsformation. Der gesperrte Jérôme Boateng muss noch mal aussetzen.

Ein Sturmproblem sieht Guardiola trotz der mäßigen Offensivkraft des Tabellenführers in den ersten Partien 2015 nicht. "Wenn unser Spiel nicht gut ist, haben die Stürmer weniger Torchancen. Ich bin nicht besorgt darüber, ich bin immer nur besorgt um unsere Spielweise", sagte der Katalane. Er ernannte Arjen Robben zum Vorbild für alle Offensivakteure: "Im Strafraum macht der Hunger, den du hast, den Unterschied. Arjen ist fundamental für uns im Moment."
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