Guardiolas Angstgegner

Der FC Bayern München empfängt am Samstag seinen Angstgegner FC Augsburg zum südbayerischen Derby. In der vergangenen Saison siegten die Schwaben in der Münchner Arena durch das Tor von Raul Bobadilla, der Torwart Manuel Neuer keine Abwehrchance ließ, mit 1:0. Bild: dpa

Gegen wen hat Pep Guardiola in der Bundesliga am häufigsten verloren? Klar: Gegen Augsburg. Das Derby läutet für Bayern und den FCA die erste heiße Saisonphase mit sieben Spielen in 23 Tagen ein.

So deutlich wie vor dem Start in den heißen Herbst hat Pep Guardiola das größte Handicap von Mario Götze beim FC Bayern München noch nicht öffentlich benannt. "Wir haben drei Wahnsinnsstürmer in der Mannschaft für nur eine Position", sagte der Bayern-Coach am Freitag und zählte vor dem Bundesliga-Derby gegen den FC Augsburg namentlich und in dieser Reihenfolge Robert Lewandowski, Thomas Müller und eben Götze auf.

Guardiola sieht die Stärken des 23 Jahre alten Fußball-Weltmeisters nicht in erster Linie auf der Außenbahn oder etwas zurückgezogen im Mittelfeld, sondern in der vordersten Linie. "Für mich ist Mario auch Stürmer. Er ist sehr gut im Strafraum", erklärte Guardiola. Und vorne setzte auch Bundestrainer Joachim Löw in den EM-Qualifikationsspielen gegen Polen und Schottland Götze ein.

"Meine Meinung über Mario Götze ist hoch", versicherte Guardiola. Und wenn dieser nicht spiele, liege das vor allem an der besonderen Konkurrenzsituation. Weder Götze noch Müller sieht Guardiola als klassische Außenangreifer. Da aber am Samstag (15.30 Uhr) neben Franck Ribéry auch Arjen Robben verletzt fehlt, könnten Lewandowski, Müller und Götze durchaus gemeinsam in der Startelf stehen und gegen Augsburg als Trio wirbeln dürfen.

Das Derby gilt als der wahre Startschuss in die Saison: Bis zur nächsten Länderspielpause Anfang Oktober stehen für Götze und Co. sieben Partien in 23 Tagen an, darunter die Liga-Topspiele gegen Vizemeister VfL Wolfsburg und Tabellenführer Borussia Dortmund. "Jetzt geht es richtig los", erklärte Sportvorstand Matthias Sammer mit Vorfreude.

Was für die Bayern-Profis seit Jahren Normalität ist, bedeutet für die Augsburger Kicker totales Neuland. Der Europa-League-Neuling steht ebenfalls vor einem Mammutprogramm von sieben Partien in drei Wochen. Und Trainer Markus Weinzierl weiß um die Herausforderung für sein Team, das nun plötzlich zwischen der Liga-Pflicht und dem europäischen Kür-Programm pendelt. Nur einen Punkt holte der Vorjahresfünfte aus den ersten drei Liga-Partien. Und für ein weiteres Unentschieden in der ausverkauften Münchner Arena werde man "einen Sahnetag" benötigen, erklärte Weinzierl, ungeachtet seiner persönlich so guten Bilanz gegen Pep Guardiola. Schließlich ist der FCA der einzige Club, gegen den der Katalane in der Bundesliga mehr als einmal verlor, nämlich zwei Mal; zuletzt sogar in München 0:1. Augsburg muss ohne die angeschlagenen Philipp Max, Caiuby und Sascha Mölders antreten.

Coman im Kader

Bei den Bayern wird Neuzugang Kingsley Coman erstmals zum Kader gehören, wie Guardiola ankündigte. Er schätzt bereits nach den ersten Trainingseindrücken die Qualitäten des 19-jährigen Franzosen im eins gegen eins auf dem Flügel. Aber Coman werde Zeit zur Eingewöhnung brauchen. "Wir werden alle Spieler brauchen", sagte Guardiola zum Start in den heißen Herbst.
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