Gute-Laune-Therapie für BVB

Wenigstens in der Champions-League gibt es für die Dortmunder allen Grund zum Feiern. Bild: dpa

In der Champions-League ließen die Dortmunder den tristen Liga-Alltag hinter sich. Schneller denn je zog der Revierclub in das Achtelfinale ein. Auch Bayer Leverkusen ist dank Son auf einem sehr guten Weg dorthin.

Leverkusens lobende Worten galten vor allem Doppeltorschütze Heung-Min Son - bei Borussia Dortmund diente die Champions-League als Gute-Laune-Therapie für das gesamte Team. Das 4:1 (1:0) gegen Galatasaray Istanbul nutzte BVB-Trainer Jürgen Klopp, um seinen Profis wenigstens für eine Weile die Sorgen vom tristen Liga-Alltag zu nehmen. "Ich habe den Jungs gesagt, dass sie sich freuen sollen. Wir hatten genug Scheißmomente in letzter Zeit."

Zum Auftakt des 4. Vorrundenspieltags in der Champions-League sorgten beide Bundesligisten mit ihren Siegen für glänzende Aussichten. Bayer fehlt nach dem 2:1 (0:0) bei Zenit St. Petersburg dank Matchwinner Son ein Punkt für das Achtelfinale, der BVB hat den Schritt schon vollzogen. In der Bundesliga sind nun beide Clubs auf Besserung aus.

Klopp ersparte dem Tabellen-17. in der kurzen Kabinenansprache einen Ausblick auf die Partie gegen Mönchengladbach. "Jeder weiß natürlich, was Sonntag ist. Aber du musst auch genießen, wie sich ein Sieg anfühlt, um ihn vielleicht noch ein bisschen mehr haben zu wollen", kommentierte der Fußball-Lehrer.

Das Erfolgserlebnis taugt als Mutmacher für das knifflige Duell mit den seit 17 Pflichtspielen unbesiegten Gladbachern. "Jetzt müssen wir den Beweis antreten, dass wir nach einem guten Champions-League-Spiel auch in der Bundesliga Punkte holen können", hoffte Routinier Sebastian Kehl. Bisher blieben solch positive Effekte aus. Mit der fast makellosen Bilanz von zwölf Punkten und 13:1-Toren überboten die Westfalen den bisherigen Rekord von Juventus Turin. Nie zuvor startete ein Team besser in den Wettbewerb. Schon mit einem Remis beim bereits fünf Punkten entfernten FC Arsenal am 26. November wäre der Gruppensieg perfekt.

Bayer reicht gegen den AS Monaco ein Unentschieden zum Weiterkommen. Mit einem Sieg würde der Werksclub als Erster der Gruppe C in die Runde der letzten 16 einziehen. "Neun Punkte nach vier Spielen ist eine super Ausgangsposition", resümierte Bayer-Trainer Roger Schmidt.

"Sonaldo" glücklich

Wie "ein Traum" war für Son sein Doppelpack - "Sonaldo" rufen ihn seine Mitspieler aber nicht erst seit Dienstag. "Das ist ein guter Spitzname. Es macht mich glücklich, ihn zu hören, weil Cristiano Ronaldo mein Vorbild ist", erklärte der offensive Mittelfeldspieler.

Der 22-Jährige gilt wegen seiner überragenden Schusstechnik als südkoreanisches Pendant zum Weltfußballer aus Portugal. Gegen Zenit gelang ihm bei einer Freistoßvariante mit einem herrlichen 22-Meter-Schuss der Führungstreffer (68.) und fünf Minuten später nach einem Solo das 2:0. "Dass er ein Superfußaller ist, wusste man schon länger. Heung-Min zeigt, dass er auf einem guten Weg ist", lobte Schmidt. In den ersten 18 Pflichtspielen für Bayer traf Son zehn Mal. Mit dem wertvollen Doppelschlag gegen Zenit ist der Achtelfinaleinzug und eine Einnahme von gut 20 Millionen Euro so gut wie perfekt.
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