"Haben einen rausgehauen"

Am Tag nach Bronze war Paul Biedermann Fan - und freute sich über die zweite deutsche Medaille: Platz drei für eine Lagen-Staffel. Der WM-Zweite Marco Koch meldete sich fit, die Weltjahresbeste Franziska Hentke zeigte sich stark. Von Biedermann bekam sie Motivierendes mit.

Bronzemedaillengewinner Paul Biedermann bejubelte auf der Tribüne den überraschenden Edelmetall-Coup der Mixed-Staffel, der Chefbundestrainer ballte nach dem starken Auftritt der nächsten großen Hoffnung beide Fäuste. Nach der Initialzündung durch Weltrekordler Biedermann haben die deutschen Schwimmer bei der WM-Premiere der gemischten Lagen-Staffel über 4 x 100 Meter den nächsten dritten Platz gefeiert. Für Freude nicht nur bei Chefcoach Henning Lambertz sorgte zudem der starke Auftritt von Franziska Hentke. Die Weltjahresbeste über 200 Meter Schmetterling ist nach dem zweiten Halbfinalplatz Kandidatin für die nächste Siegerehrung mit deutscher Beteiligung bei der WM in Kasan.

In Weltrekordzeit

"Supergeil - wir haben einen rausgehauen", frohlockte Startschwimmer Jan-Philip Glania nach dem Sieg der Briten in Weltrekordzeit von 3:41,71 Minuten. "Ich habe einfach nur gedacht, okay, durchballern, alles geben. Dass das reicht, hätte ich nicht erwartet", schwärmte Staffel-Schlussschwimmerin Annika Bruhn, die rund eine halbe Sekunde Vorsprung auf China ins Ziel rettete. "Ihre letzte Bahn war der Hammer, dass sie da gegengehalten hat, war eine Riesenleistung", sagta Glania, der wie Feldwehr und Alexandra Wenk stark schwamm. So hat die DSV-Delegation jetzt schon mehr Medaillen im Becken gewonnen als in Barcelona vor zwei Jahren. Dort holte Marco Koch über 200 Meter Brust die einzige deutsche Plakette. Gut für Koch & Co: Der Europameister meldete sich nach einer unfreiwilligen Trainingspause am Mittwoch fit.

Die deutschen Schwimmer sehen sich zur Becken-Halbzeit im umgebauten Fußballstadion von Rubin Kasan, in dem es schon zehn Weltrekorde gab, mehr als im Soll. Souverän war die Vorstellung von Medaillenhoffnung Hentke. Die Magdeburgerin schlug im Halbfinale nach 2:06,64 Minuten als Zweite an. Schneller war sie nur bei ihrer Weltjahresbestzeit vor einem Monat.

In den anderen Finals gab es faszinierende Duelle der großen Namen. Laszlo Cseh gewann seine elfte WM-Medaille - es war für den Ungarn aber erst der zweite WM-Titel. Über 200 Meter Schmetterling lag Cseh in 1:53,48 Minuten zwei Zehntelsekunden vor Olympiasieger Chad Le Clos aus Südafrika. An ihrem 27. Geburtstag holte Italiens Schwimm-Diva Federica Pellegrini als erste Frau überhaupt bei ihrer sechsten WM in Serie eine Medaille auf einer Strecke. Über die 200 Meter Freistil musste sich Pellegrini nur um 0,16 Sekunden Katie Ledecky geschlagen geben. In 1:55,16 Minuten gewann die Amerikanerin ihren dritten WM-Titel von Kasan nach denen über 400 und 1500 Meter Freistil. Der Brite Adam Peaty setzte sich über 50 Meter Brust knapp vor Cameron Van der Burgh durch - diesmal ohne Weltrekord. Chinas Sun Yang sicherte sich über 800 Meter Freistil das nächste Gold.

Bronze hat motiviert

Biedermanns Bronzemedaille bedeute Rückenwind für die zweite WM-Hälfte, betonten unisono die deutschen Trainer und Athleten. "Als ich Paul gestern gratuliert habe, hat er mir gesagt "Das kannst du auch schaffen, ich glaub an dich". Das motiviert schon, wenn man von so einem großen Sportler so was zu hören bekommt", gestand Hentke.
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