Hambüchen krönt Bilanz

Das Strahlen ging Fabian Hambüchen auch am Tag nach seinem Reck-Coup nicht aus dem Gesicht. Der Titel bei den Europaspielen gibt dem Turnstar "Riesenmotivation" auf dem Weg zu Olympia. Und das deutsche Team zieht ein zufriedenes Fazit zur Halbzeit in Baku.

Mit einer Reck-Gala der Extraklasse hat Fabian Hambüchen ein goldenes deutsches Europaspiel-Wochenende gekrönt und die starke Halbzeitbilanz abgerundet. So ergriffen wie noch nie lauschte der Turn-Star bei seinem ersten internationalen Einzel-Triumph seit 2009 der Nationalhymne und jubelte nach der Feier-Nacht bis halb sechs morgens schon wieder als Maskottchen auf der Tribüne beim Trampolin.

"Ich bin den ganzen Tag am Strahlen, es war der Hammer", sagte Hambüchen am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. "Ich habe mir eben nochmal Reck angeguckt. Ich habe mich bei einer Siegerehrung noch nie so krass gefreut, selbst als ich Weltmeister geworden bin, war das gediegener."

Neben dem Fahnenträger der Eröffnungsfeier holten auch die Synchron-Wasserspringerinnen Louisa Stawczynski und Saskia Oettinghaus, Bogenschützin Karina Winter und Christian Reitz mit der Schnellfeuerpistole Gold. "Es ist echt toll, das hätte ich nicht erwartet", schwärmte Hambüchen vom Team-Ergebnis. "Bislang kann sich die deutsche Delegation überhaupt nicht beschweren." Hinter Russland und Gastgeber Aserbaidschan belegte sein Team am Nachmittag Rang drei.

Für die überragende Leistung vor dem Start der abschließenden Woche sorgte Hambüchen. Auch bei Olympia in Rio würde der frühere Weltmeister liebend gerne wieder auf dem Podium stehen. "Für mich persönlich ist es eine Riesenmotivation, ein Riesenpush", sagte der frühere Weltmeister in Baku mit Blick auf die anstehenden Sommerspiele. "Die Tage und der Erfolg hier werden mir sicher nochmal richtig helfen, knallhart durchzuziehen."

Selbst die schmerzhafte Blessur des Mittelfingers der linken Hand, den er beim Boden-Wettkampf an den Zeigefinger getapt hatte, bremste ihn nicht. Nach dem Rückflug am Montag soll eine Untersuchung die Schwere der Verletzung offenbaren.

Die ebenfalls angeschlagene Sophie Scheder mit Silber am Stufenbarren und das Trampolin-Duo Martin Gromowski und Kyrylo Sonn mit Bronze ließen die Medaillenbilanz in der Turn-Arena auf fünf ansteigen.
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