Hamburg erhält den Zuschlag

Ausgelassener Jubel nach dem Votum pro Hamburg: Der Geschäftsführer der Kunsthalle, Stefan Brandt, Innensenator Michael Neumann, der Unternehmer Alexander Otto und der Präsident des Hamburger Sportbundes, Jürgen Mantell (von links) lassen ihre Freude über die DOSB-Empfehlung freien Lauf. Bild: dpa

Die Entscheidung ist gefallen: Hamburg soll deutsche Bewerberstadt für die Olympischen Spiele 2024 werden. So lautet die Empfehlung des Präsidiums des Deutschen Olympischen Sportbundes für die Mitgliederversammlung am Samstag in der Frankfurter Paulskirche.

Hanseatische Begeisterung statt Hauptstadtbonus: Hamburg hat sich im Rennen um die deutsche Bewerberstadt für die Olympischen Spiele 2024 gegen Berlin durchgesetzt und soll das Sommerspektakel zum dritten Mal nach Deutschland holen. Das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes verständigte sich am Montag auf diese Empfehlung für die DOSB-Mitgliederversammlung.

"Unser einmütiger Vorschlag lautet Hamburg", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann auf einer mit Spannung erwarteten Pressekonferenz in Frankfurt/Main und fügte hinzu: "Hamburg bietet ein kompaktes Olympia-Konzept." Es sei eine schwere Entscheidung gewesen, beide Städte hätten hervorragende Konzepte abgegeben. Hamburg sei eine Agenda-City, die hervorragend zum Reformprozess des IOC passe. "Diese Olympia-Bewerbung ist ein Projekt von ganz Deutschland. Packen wir's an", betonte Hörmann.

Damit ging der DOSB auf Nummer sicher. Auch wenn Berlin der international renommiertere Kandidat gewesen wäre, sind mit Hamburg die Chancen bei der Volksbefragung im September wohl größer. Denn nur wenn die Hamburger Bürger mehrheitlich für Olympia votieren, wird der DOSB auch tatsächlich bis zum Fristablauf am 15. September seine Kandidatur beim Internationalen Olympischen Komitee einreichen. Bei einer Forsa-Umfrage war zuletzt eine Olympia-Begeisterung von 64 Prozent in der Hansestadt ausgemacht worden, während in Berlin nur 55 Prozent die Spiele wollten.

Vor der Entscheidung des achtköpfigen Gremiums war es am Montagmittag zu einer viereinhalbstündigen Expertenrunde mit über 40 Vertretern aus Sport, Politik und Gesellschaft gekommen. Berlin und Hamburg hatten ihre Konzepte tags zuvor der DOSB-Führung und den Vertretern der Spitzensportverbände präsentiert, die anschließend ein geheimes Votum abgegeben hatten. Auch da hatte Hamburg die Nase mit 18:11 vorn, während vier Verbände beide Städte unterstützten. Die Stimmungslage in der Bevölkerung, das klare Votum der Fachverbände und die Erkenntnisse aus der Expertenrunde waren laut Hörmann die entscheidenden Faktoren.

Das Hamburger Konzept sieht Spiele der kurzen Wege am Wasser vor. In einem Radius von zehn Kilometern soll der Großteil der Wettkämpfe mitten in der Stadt ausgetragen werden. "Feuer und Flamme für Spiele in Hamburg" heißt das Motto der Bewerbung. Das für 70 000 Zuschauer geplante Olympiastadion auf der Elbinsel Grasbrook soll demnach im Anschluss der Spiele auf 25 000 Zuschauer zurückgebaut werden.
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