Handball
Deutsche Handballer bei EM in der Außenseiterrolle

Am Samstag beginnt für die deutsche Handball-Nationalmannschaft mit dem Spiel gegen Spanien die EM in Polen. Auf Torwart Carsten Lichtlein (Szene aus dem Supercup-Match gegen Serbien) wird gegen den Favoriten viel Arbeit zukommen. Bild: dpa

Die deutschen Handballer sind in Polen angekommen. Zwei Tage vor dem Auftaktspiel gegen Spanien haben sie in Breslau das Teamhotel bezogen. Mit dabei waren die zuletzt angeschlagenen Niclas Pieczkowski, Christian Dissinger und Steffen Fäth.

Breslau. Oliver Roggisch musste sich erstmal strecken. Nach fast fünfstündiger Busfahrt stiegen die deutschen Handballer am Donnerstag kurz vor 18 Uhr endlich vor ihrem Hotel in Breslau aus dem weißen Mannschaftsbus. Hungrig und ein bisschen müde drängelten sich die Spieler vor den Aufzügen, um die Zimmer in der zweiten Etage zu beziehen. "Wenn ich nicht fest in der Hüfte bin, kann es die Mannschaft auch nicht sein. Sicher haben wir jetzt etwas Hunger, Mittagessen war um 12 Uhr. Da ist viel Zeit vergangen", sagte der Teammanager, der als Erster aus dem Bus geklettert kam.

Wegen der holprigen Autobahn kamen die Spieler nicht wie gewohnt zum ruhigen Mittagsschlaf. Dennoch verbreitete Roggisch Zuversicht vor dem Auftaktspiel am Samstag gegen Spanien. "In zwei Tagen geht es los. Die Jungs sind bereit."

Mit 16 Akteuren war der deutsche Tross am Mittag nach Polen aufgebrochen. Mit an Bord des Busses von Berlin nach Breslau waren die zuletzt angeschlagenen Steffen Fäth, Christian Dissinger und Niclas Pieczkowski. "Alle sind fit und bereit. Die Freude auf die Europameisterschaft ist in jeder Minute spürbar", sagte Roggisch. Und Bundestrainer Dagur Sigurdsson ergänzte: "Alle drei konnten jeden Tag mittrainieren." Dem Spiel gegen Spanien sah er noch ohne Aufregung entgegen. "Wir sind realistisch und wissen, dass Spanien der mit Abstand beste Gegner in der Gruppe ist. Aber wir wissen auch, dass wir jeden schlagen können", erklärte der Isländer.

Gestrichen aus dem vorläufigen Aufgebot hatte der Bundestrainer den Gummersbacher Julius Kühn und Kai Häfner aus Hannover. "Kai und Julius sind wie alle anderen gesunden Spieler des 28er-Kaders weiter auf Abruf und könnten im Fall der Fälle sehr kurzfristig zur Nationalmannschaft stoßen", sagte Roggisch.

Seinen endgültigen 16-köpfigen EM-Kader muss Sigurdsson am Freitag 24 Stunden vor dem Auftaktspiel gegen Spanien bei der Technischen Besprechung melden. Im Laufe des Turniers können bis zu drei Spieler ausgetauscht werden. Dies muss aus dem sogenannten 28er-Kader erfolgen, den der Bundestrainer Mitte Dezember nominiert hatte.

Auch wenn der Bundestrainer bis auf die verletzten Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki, Patrick Wiencek und Paul Drux seinen besten Kader beisammen hat, bleiben die Ziele bescheiden. "Wir fühlen uns wohl als Außenseiter", sagte Kapitän Steffen Weinhold. Auch Bob Hanning, Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Handballbund (DHB), sieht die eigene Mannschaft aufgrund der Ausfälle als Underdog. "Das ist nicht mal eben so zu kompensieren. Das geht nur, wenn alle alles investieren. Aber wir glauben daran", betonte er und fügte an: "Natürlich sind wir krasser Außenseiter."
Wir fühlen uns wohl als Außenseiter.Kapitän Steffen Weinhold
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