Handball
Flensburg schürt das Feuer an

Flensburg. Die Strahlkraft der Handball-Europameisterschaft hat die Bundesliga erreicht. Die deutsche Meisterschaft ist auf gutem Weg, ähnlich spannend wie der kontinentale Titelkampf wenige Wochen zuvor zu werden. Verantwortlich dafür ist in erster Linie die SG Flensburg-Handewitt. Das Team von Trainer Ljubomir Vranjes hat am Mittwochabend beim Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen überraschend mit 25:22 gewonnen und sitzt dem Titelfavoriten (36:6 Punkte) als Dritter mit lediglich einem Minuszähler Differenz im Nacken (33:7). Dazwischen rangiert Rekordmeister THW Kiel (34:6).

"Das kann ja was geben", meinte Frank Bohmann, Geschäftsführer des Bundesliga-Verbandes HBL. "Wir nehmen den Schwung der EM mit. Den Effekt merken wir sehr wohl, für Nachhaltigkeit können wir aber nicht garantieren. Deshalb müssen wir die Begeisterung weiterhin am Köcheln halten." Ein Sonderlob erhielten die Flensburger. "Vor vier Tagen haben sie Kiel in der Champions-League aus der Halle gefegt. Jetzt gewinnen sie bei den Löwen - alle Achtung", sagte Bohmann über die Norddeutschen. "Sie verfügen über eine breite Bank. Ich traue ihnen den Titel zu."

Die Flensburger weisen jedoch alle Verdächtigungen zurück, neuer Titelfavorit zu sein. "Unser Ziel ist, oben dranzubleiben. Wir wollen nur von Spiel zu Spiel denken", sagt SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke bescheiden. Im Vorjahr hatten die drittplatzierten Flensburger noch elf Punkte Rückstand auf Meister Kiel. SG-Trainer Ljubomir Vranjes genießt die momentane Situation: "Ich bin stolz auf meine Mannschaft."

Die arg verletzungsdezimierten Kieler könnten in dem Dreikampf der große Verlierer sein. Im DHB-Pokal sind sie raus, in der Champions-League liegen sie nur auf Platz vier. Trotz der Niederlage gut im Rennen sind die Rhein-Neckar Löwen. "Wenn ich eine Ausgangslage wählen müsste, würde ich unsere nehmen", sagte Kapitän Uwe Gensheimer. "Aber die Niederlage ist natürlich bitter", gab Nationalspieler Patrick Groetzki zu.
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