Handball
Neuer Coach, neue Hoffnung

Trainer Michael Biegler hat seit seinem Amtsantritt eine nicht gekannte Begeisterung unter den deutschen Handballerinnen entfacht. Dennoch wird es für die DHB-Auswahl schwer, bei der am Sonntag beginnenden Europameisterschaft die Vorrunde zu überstehen. Bild: dpa

Michael Biegler war 30 Jahre lang im Männer-Handball beschäftigt. Nun soll er die deutschen Frauen in die Weltspitze zurückführen. Erste Bewährungsprobe für den Bundestrainer ist die Europameisterschaft in Schweden.

Leverkusen. Begeisterung. Kein Wort fällt bei den deutschen Handballerinnen derzeit häufiger. Alles dreht sich um die Begeisterung, die der neue Bundestrainer Michael Biegler bei seinen "Ladies" entfacht hat. Vor dem EM-Auftakt am Sonntag gegen die Niederlande schwärmen die Spielerinnen und die Verantwortlichen im Deutschen Handballbund (DHB) davon, wie der Coach die Mannschaft komplett neu justiert hat. "Michael Biegler hat seit seinem Amtsantritt in alle Bereiche viel Bewegung reingebracht", sagte Spielführerin Anna Loerper vor der Abreise nach Schweden.

Auch Biegler selbst ist mit seiner Mannschaft zufrieden. "Alle Spielerinnen zeigen Aufnahmefähigkeit, Engagement und Leidenschaft in allen Trainingseinheiten. Wir sind absolut auf dem richtigen Weg", sagte er am Donnerstag zufrieden. "Bis zum ersten Spiel geht es jetzt um die Feinabstimmung."

Zwischen dem 55-Jährigen und der deutlich verjüngten DHB-Auswahl stimmt es. Das hatten bei Bieglers Amtsantritt im April die Wenigsten erwartet. "Es ist beeindruckend, wie genau er die Ziele formuliert, und wie er uns trotz härtestem Athletiktraining auch Spaß vermittelt", sagte Loerper.

Im Januar dieses Jahres verlor Biegler seinen Job als Trainer des Männer-Bundesligisten HSV Hamburg, weil dieser Insolvenz anmeldete. Nur zwei Wochen später kündigte der frühere Leichtathlet als Nationaltrainer der polnischen Männer, weil man bei der Heim-Europameisterschaft sang- und klanglos das Ziel Halbfinale verpasst hatte. Eigentlich sollte Biegler fortan im Auftrag des Weltverbandes IHF, für den er schon länger als Dozent arbeitete, ein Entwicklungshilfe-Projekt in Uganda leiten. Doch dann überzeugte ihn DHB-Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld von der reizvollen Aufgabe des Frauen-Bundestrainers. Obwohl er bis dato nur im Männer-Handball gearbeitet hatte, sagte Biegler zu. Und Sommerfeld fass die neu entfachte Begeisterung in einem Satz zusammen: "Die Spielerinnen können es kaum erwarten, zur Nationalmannschaft zu kommen. Das war nicht immer so.

Auf dem Weg zur WM 2017 im eigenen Land ist die am Sonntag beginnende EM ein Zwischenschritt, mehr nicht. Angesicht der schweren Vorrunden-Konkurrenz, zu der neben Auftaktgegner Niederlande noch Frankreich und Polen gehören, wäre der Einzug in die Hauptrunde bereits ein Erfolg.
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