Handball
Weitere Ausfälle vor Handball-EM

Michael Allendorf. Bild: dpa

Leipzig. Mit zwei Trainingseinheiten am Sonntag versuchte Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson nach dem Ausfall von Michael Allendorf wieder den Blick aufs Wesentliche zu richten. Zwei Wochen vor der Europameisterschaft in Polen ist der isländische Coach nach der bösen Neujahrs-Überraschung mehr denn je zum Improvisieren gezwungen. "Der Ausfall von Michael Allendorf ist bitter, aber wir werden in Ruhe die weitere Entwicklung abwarten", erklärte der Bundestrainer, der sein Team gegen Tunesien am Dienstag in Stuttgart sowie am Wochenende in Kassel und Hannover gegen Island noch einmal testet.

Linksaußen Allendorf muss wegen eines Sehnenabrisses an der Hüftmuskulatur mindestens vier Wochen pausieren, hatte der Deutsche Handballbund tags zuvor mitgeteilt. Vorerst holte Sigurdsson keinen Spieler nach und setzte seine Turniervorbereitung in Stuttgart mit 16 statt 17 Akteuren fort.

Der 29-jährige Allendorf vom MT Melsungen war als Ersatz für den ebenfalls verletzten DHB-Kapitän Uwe Gensheimer im EM-Kader vorgesehen. Schon vor Allendorfs Aus hatte sich das Aufgebot wegen der Verletzungen von Gensheimer (Muskelfaserriss in der Wade und Achillessehnenreizung), Patrick Groetzki (Wadenbeinbruch) und Patrick Wiencek (Kreuzbandriss) reduziert.

Nach dem doppelten Ausfall auf der Linksaußen-Position ist der Kieler Rune Dahmke, der zuletzt beim Lehrgang in Berlin wegen einer Sprunggelenkverletzung noch nicht am Training teilgenommen hatte, der einzige gelernte Linksaußen. "Bis zum EM-Start haben wir noch zwei Wochen Zeit und hoffen, dass Rune Dahmke wieder voll angreifen kann. Aus unserem Team heraus werden wir weitere Lösungen entwickeln", meinte Sigurdsson, der vor Wochenfrist betonte: "Deutschland ist die beste Nation, um solche Verletzungen zu kompensieren".

An den EM-Zielen will der Isländer festhalten: "Wenn es gut läuft, und ich sehe keinen Grund, warum wir nicht gut Handball spielen sollen, dann ist vielleicht etwas möglich nach oben." Trotz des Gruppensieges in der Qualifikation kam sein Team bei der Auslosung nur in Topf drei. Das bedeutet laut Trainer Platz neun bis zwölf.

"Jetzt gibt es ein paar Ausfälle, und natürlich kann das nach hinten losgehen. Aber wir werden versuchen, unsere Platzierung da zu verteidigen", meinte Sigurdsson, der sein Team am Samstag zur unmittelbaren Vorbereitung versammelt hatte.

Nach den drei Testspielen in der nächsten Woche spielt die DHB-Auswahl vom 15. Januar an in der Vorrundengruppe C in Breslau gegen Spanien, Schweden und Slowenien um die Einzug in die Hauptrunde.
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