"Hatte meine Chance"

Anna-Lena Friedsam (Bild) zeigte gegen Serena Williams eine super Leistung. Am Ende reichte es aber nicht für die Deutsche, die 3:6,3:6 verlor. Bild: dpa

Das kann sich sehen lassen! Fünf deutsche Tennis-Damen stehen in Paris in Runde drei. Andrea Petkovic musste für ihr Weiterkommen aber erst zu einem außergewöhnlichen Mittel greifen. Und Anna-Lena Friedsam schnupperte gegen die Weltranglisten-Erste Serena Williams an einer Überraschung.

Auf einmal wurde es unruhig auf der Anlage im Stade Roland Garros. Bahnte sich da etwa die erste Riesen-Überraschung des Turniers an? Stand Topfavoritin Serena Williams bei den French Open gegen die unbekannte Deutsche Anna-Lena Friedsam tatsächlich vor dem Aus? "Für einen Moment habe ich daran geglaubt", sagte Friedsam nach dem Match, in dem sie die 19-malige Grand-Slam-Turnier-Siegerin an den Rande der Niederlage brachte. Mit 7:5 holte sich die 21-Jährige den ersten Satz, lag auch im zweiten Abschnitt mit einem Break vorn. "Ich hatte meine Chancen, doch dann hat sie sich gesteigert", berichtete Friedsam von ihren Erfahrungen im Stadion Philippe Chatrier. Mit 6:3, 6:3 gewann Williams dann aber die letzten beiden Sätze und wandte die Blamage doch noch ab.

"Halt die Fresse!" Mit einem ungewöhnlichen Weckruf an sich selbst hat Andrea Petkovic ein Zweitrunden-Aus gerade noch abwenden können. Die deutsche Nummer eins stand in Paris gegen die Spanierin Lourdes Dominguez Lino kurz vor einer Niederlage, ehe sie sich zu Beginn des zweiten Satzes selbst zur Räson rief. "Ich war die ganze Zeit nur am Jammern. Dabei finde ich mich selbst unerträglich, wenn ich so bin", gestand Petkovic nach ihrem schwer erkämpften 4:6, 6:4, 6:4-Sieg.

Kein bisschen Grund zum Klagen hatte am Donnerstag Julia Görges. Die Norddeutsche gewann gegen die dänische Weltranglisten-Fünfte Caroline Wozniacki etwas überraschend mit 6:4, 7:6 (7:4) und zeigte dabei eine ganz starke Leistung.

Das Aus in der französischen Hauptstadt kam dagegen für Carina Witthöft. Die 20-Jährige verlor gegen Sara Errani aus Italien trotz couragierter Leistung mit 3:6, 6:4, 2:6. Insgesamt stehen damit fünf deutsche Damen in der dritten Runde - so viele wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr.

Für die deutschen Herren ist das Turnier dagegen bereits vorbei. Philipp Kohlschreiber verlor sein am Mittwochabend abgebrochenes Zweitrunden-Match gegen den Spanier Pablo Andujar am Donnerstag mit 1:6, 6:7 (5:7), 6:3, 6:3, 4:6. Die Partie war am Tag zuvor wegen Dunkelheit beim Stand von 4:2 im fünften Satz für Kohlschreiber unterbrochen worden. Bei der Fortsetzung gelang dem Augsburger dann kein Spielgewinn mehr.

"Gestern hätte ich die Partie wahrscheinlich für mich entschieden, da habe ich überragendes Tennis gespielt und war in einem Flow." Kohlschreiber kritisierte die späte Ansetzung am Mittwoch. "Das ist unfair den Spielern gegenüber." Benjamin Becker musste derweil seine für Freitag angesetzte Partie gegen den Japaner Kei Nishikori wegen einer Muskelverletzung in der rechten Schulter absagen.
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