Hecking setzt auf Schürrle

Mehr als Respekt löst der Name Inter Mailand in Wolfsburg nicht aus. Die Italiener sollen nur eine Zwischenstation auf dem Weg ins Endspiel der Europa-League sein.

Dieter Hecking lässt seinen 32-Millionen-Euro-Star André Schürrle nicht fallen. Auch am Donnerstag (19.00 Uhr/Kabel eins und Sky) beim Europa-League-Kracher gegen Inter Mailand dürfte der teuerste Einkauf in der Club-Historie des VfL Wolfsburg trotz bislang enttäuschender Leistungen in der Startelf stehen. "Ich weiß um meine Qualitäten, die Tore werden kommen", versprach der für den VfL noch torlose 24 Jahre alte Fußball-Weltmeister.

Auch in der Vorbereitung auf das Achtelfinal-Hinspiel gegen den 18-maligen italienischen Meister trainierte Schürrle in der Startelf. "Unser Vertrauen in André ist grenzenlos", stellte Manager Klaus Allofs noch einmal klar, obwohl sich in Ivan Perisic ein potenzieller Konkurrent wieder fit meldete. "Ich bin bereit und brauche Spiele", sagte der Kroate, der seit Schürrles Verpflichtung Ende Januar verletzt war. Auch deshalb dürfte Hecking den vor seiner Verletzung formstarken Perisic kaum von Beginn an bringen.

Die Formkurve Schürrles zeigte dagegen zuletzt stark nach unten. Der Nationalspieler hat noch keine Bindung zum VfL-Spiel und wirkt phasenweise gar wie ein Fremdkörper. "Ich habe mir zuletzt schon einen Kopf gemacht, woran es liegt", gestand der Weltmeister. Im Gegensatz zu seinen gestressten Kollegen könnte eine Pause aber in der Tat kontraproduktiv sein. Wegen seiner Reservistenrolle bei seinem früheren Club FC Chelsea "ist es normal, dass er noch nicht im Rhythmus ist", meinte Allofs.

Schürrles Mitspieler wirkten dagegen nach teilweise berauschenden Vorstellungen zum Rückrundenstart in den vergangenen Tagen etwas überspielt. Die Reisestrapazen mit vier Auswärtsspielen in neun Tagen zeigten Wirkung: Beim 2:0 im Pokal beim Zweitligisten Leipzig spielte der VfL schon schwach, am Samstag folgte dann beim 0:1 in Augsburg die erste Niederlage nach zuvor 15 Pflichtspielen ohne Niederlage. Danach gab Hecking seinen Spielern zwei Tage frei.

"Jetzt sollten mal alle voneinander lassen", begründete der Coach, der damit offensichtlich den richtigen Nerv traf. "Die freie Zeit hat gut getan", meinte Abwehrchef Naldo: "Wir werden frisch sein. Klar hat Inter eine gute Mannschaft, aber wir sind auch gut. So gut, dass wir sie schlagen können".

Seit dem Champions-League- und Weltpokal-Titel 2010 ging es mit Inter bergab. Aktuell ist der stolze Club nur Neunter der Serie A. "Mit Wolfsburg haben wir einen Gegner erwischt, der sicher auch um den Titel mitspielt", sagte der in der Europa-League nicht spielberechtigte Inter-Zugang Lukas Podolski. Manager Allofs hält Inter für "machbar" und sprach schon vor dem Saisonstart vom Finale am 27. Mai in Warschau.
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