Heldt: Buh-Rufe und Applaus

Der große Krach blieb bei der Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 aus. Zwar gab es bei der mit Spannung erwarteten Rede des in die Kritik geratenen Sportvorstands Horst Heldt Pfiffe und Buh-Rufe zahlreicher Mitglieder, doch der Manager meisterte es mit Bravour. Am Ende seiner rund 22 Minuten langen und emotionalen Rede gab es Applaus für Heldt.

Nach Platz sechs in der Liga und demnächst Europa-League statt Champions-League war Heldt für viele Fans der Hauptschuldige. Besonders eine verfehlte Transferpolitik wurde Heldt vorgeworfen. "Ich kann verstehen, dass ihr die Schnauze voll hattet. Für diese Saison übernehme ich die sportliche Verantwortung", sagte Heldt, der aber letztendlich - ebenso wie der gesamte Vorstand - von den Mitgliedern entlastet wurde.

"Ich lag bei manchen Transfers daneben. Das ist nicht gut gelaufen", gab Heldt zu. Auch die Verpflichtung von Trainer Roberto Di Matteo, der Ende 2014 auf den entlassenen Jens Keller folgte, "war mein Fehler". Seinen vorzeitigen Abschied aus seinem bis 2016 datierten Vertrag schloss der Manager aber aus. Unter dem Jubel der Fans kündigte er an: "Kevin-Prince Boateng und Sydney Sam bleiben suspendiert." Und nach Absprache mit Neu-Trainer André Breitenreiter soll die Mannschaft eine "Blutauffrischung erhalten".

Wirtschaftlich gab es bessere Nachrichten. Zum Ende des Geschäftsjahres 2014 erlöste Schalke 04 auf Konzernebene mit 215,3 Millionen Euro einen Umsatzrekord (2013: 206,8 Millionen) und erzielte einen Überschuss von 4,2 Millionen Euro (2013: 500 000 Euro). Der Schuldenstand wurde um knapp 15 Millionen auf 163,9 Millionen Euro reduziert.
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