Himmlische Reise nach Rom

"Sie haben gestern ein wunderschönes Spiel abgeliefert", lobte Papst Franziskus die Bayern-Spieler bei der Audienz am Mittwochvormittag. Nur wenige Stunden nach dem eindrucksvollen 7:1-Kantersieg gegen den AS Rom war der Besuch beim Oberhaupt der katholischen Kirche ein weiterer Höhepunkt der dreitägigen Italien-Reise. Bild: dpa

Diese Reise bleibt auch für die Bayern-Stars unvergesslich. Erst der "geschichtsträchtige" Abend beim AS Rom, dann die Privataudienz beim Papst. Auch wenn manch einer sich an das 7:1 Deutschlands bei der WM erinnerte: (Welt)meisterlich fühlten sich die Münchener (noch) nicht.

Auch Papst Franziskus lobte den wahrhaft himmlischen Auftritt der Bayern-Stars. "Sie haben gestern ein wunderschönes Spiel abgeliefert", sagte der Heilige Vater bei einer Privataudienz am Mittwoch im Vatikan. Ehrfürchtig lauschten Philipp Lahm & Co. nach dem höchsten Auswärtssieg in der glorreichen Münchner Europapokalhistorie den Worten des Oberhaupts der Katholischen Kirche. "Wir sind froh, dass wir das erleben durften", berichtete Lahm elf Stunden nach dem beängstigend klaren 7:1 beim AS Rom - und lächelte.

"Ich glaube, fußballerisch brauchen wir uns im Moment nicht zu beschweren, und da konnte uns der Papst nicht wirklich helfen. Aber es war ein besonderes Ereignis für uns alle", betonte der Kapitän. Ein Papstbesuch sei "ein Moment, den man sein Leben lang nicht vergisst", schilderte Manuel Neuer.

Magische Nacht

Lange in Erinnerung wird aber auch die magische Nacht in der Ewigen Stadt bleiben. Traumtore, Tempo, Tricksereien - die erhabenen Bayern mussten selbst ein bisschen staunen. "Wenn wir uns in zehn Jahren, wo auch immer, wieder treffen, werden wir uns an diesen Abend erinnern", prognostizierte Karl-Heinz Rummenigge kurz nach Mitternacht bei seiner Bankett-Ansprache. Beim Besuch im Apostolischen Palast bedankte sich der Vorstandschef beim Papst für die "große Ehre" - und überreichte dem Pontifex zusammen mit der Bayern-Delegation auch ein paar Präsente.

Einen von allen Profis signierten Ball und ein gerahmtes und ebenfalls von allen Akteuren unterschriebenes FCB-Trikot mit der Rückennummer 1 und dem Aufdruck "Franziskus" gab es für den fußballbegeisterten Papst. Noch mehr dürfte sich dieser aber über eine Million Euro für wohltätige Zwecke seiner Wahl gefreut haben. Diese Summe will der FC Bayern der Kirche nach einem Freundschaftsspiel im Jahr 2015 spenden. Am Morgen nach dem Fußball-Spektakel verriet der Papst, dass auch ihn die Höhe des Ergebnisses "überrascht" habe.

"7:1 gegen eine der besten Mannschaften Italiens zu gewinnen, ist ein großes Ereignis, eine große Leistung", würdigte auch Rummenigge die Vorstellung. Für die italienische Zeitung "Corriere dello Sport" waren die Bayern "von einem anderen Planeten".

Kein Gedanke an WM

100 Tage nach dem deutschen WM-Triumph hatte sich manch einer beim 7:1 (5:0) in Rom an das 7:1 (5:0) des DFB-Teams gegen Brasilien auf dem Weg ins Endspiel erinnert gefühlt. "Das sind beides tolle Spiele gewesen, aber ich habe jetzt nicht an das Spiel gegen Brasilien mit der Nationalmannschaft gedacht, sondern einfach an den schönen Abend, den wir hier hatten", erklärte Neuer, der erstmals nach 813 Minuten im Verein wieder überwunden wurde. "Weltmeisterlich" fanden sich die Münchner auch (noch) nicht. "Das war sicher sehr gut, aber ich weiß nicht, ob der Begriff in die Champions-League passt", erklärte Thomas Müller.

Der herausragende Arjen Robben (9./30.), Mario Götze (23.), Robert Lewandowski (25.), Thomas Müller (Handelfmeter/36.), Franck Ribéry (78.) und Xherdan Shaqiri (80.) sorgten zum Teil nach Bilderbuchkombinationen für den Torrausch - und ein "Oktoberfest im Olympiastadion" ("Gazzetta dello Sport"). Gervinho (66.) traf für die Römer. Beim Rückspiel am 5. November in der Allianz-Arena könnten die Bayern das Weiterkommen perfekt machen.
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