Hitz trampelt und Augsburg siegt

Der Kölner Anthony Modeste (rechts) vergab einen Elfmeter gegen Augsburgs Torwart Marwin Hitz. Zuvor hatte der FCA-Keeper den Boden rings um den Elfmeterpunkt mit Tritten malträtiert und rutschig gemacht - kein Akt der Fairness. Bild: dpa

Dieser Sieg tut den Augsburger Fußballern richtig gut. Das 1:0 von Köln ist das dritte Zu-Null-Spiel der Schwaben in Serie. Doch sie müssen weiter zulegen, das wissen Trainer Weinzierl und Co. genau. Immerhin geht es jetzt mit einigem Rückenwind nach Belgrad.

Der FC Augsburg bediente sich beim Sieg in Köln aller Mittel. Erlaubten, weniger erlaubten. Die erlaubten waren 90 Minuten pure schwäbische Fußball-Leidenschaft, 90 Minuten Tordrang, 90 Minuten stete Gefährlichkeit. Für die etwas unlauteren stand beim wichtigen 1:0 (0:0) vor allem Elfmeterpunkt-Trampler Marwin Hitz.

Das erste wegweisende Szenario spielte sich vor 45 500 Zuschauern zwischen der 56. und 58. Minute ab. Zunächst fiel Kölns Angreifer Philipp Hosiner nach einer harmlosen Aktion seines Widerparts Daniel Baier im Strafraum so wirkungsvoll hin, dass Schiedsrichter Daniel Siebert auf den Elfmeterpunkt zeigte. Den bearbeitete der Schweizer Hitz mit den Stollen seines Schuhwerks dann heftig - und erfolgreich. Strafstoßschütze Anthony Modeste zeigte sich irgendwie irritiert, rutschte weg, und der FCA-Keeper konnte den allerdings auch sehr schwachen Versuch entschärfen.

Kein Elfmeter

Zwei Dinge passierten dann, die mindestens so bemerkenswert sind wie die Hitz-Aktion: Der Referee aus Berlin gab im ZDF frank und frei zu, dass er zumindest diesen Elfmeter nicht wieder pfeifen würde: "Nee, würde ich nicht." Und Hitz tat es Siebert mit der verbalen Freimütigkeit gleich, als er sagte: "Es ist nicht die fairste Aktion. Das muss ich zugeben."

Aber sie half einfach. Denn nicht nur Hitz weiß: "Der Sieg tut richtig gut, mit solchen Spielen kommst du unten raus." Mit dem dritten zu Null in Serie und dem dritten Saisonerfolg kommt der Europa-League-Teilnehmer nach dem 15. Spieltag auf 13 Punkte und findet dank Raul Bobadillas direkt verwandeltem Freistoß (64.) wieder Anschluss an das untere Mittelfeld. Trainer Markus Weinzierl resümierte: "Wir sind auf dem richtigen Weg."

Und auch kein Freistoß

Bobadillas Treffer war das andere entscheidende Szenario der Begegnung. Denn der Freistoß, der zum Tor führte, war keiner, befand Kölns Sportchef Jörg Schmadtke. "Wir werden bestraft. Die Bilder lügen nicht." So bewertete er die Aktion zwischen dem Augsburger Dominik Kohr und dem Kölner Leonardo Bittencourt, der sich fast nicht beruhigen wollte und von "lächerlich" und "Frechheit" sprach. Indes: Es war ausgleichend. Denn, das wurde bei der TV-Analyse deutlich: Auch der Kölner Strafstoß war des Pfiffes nicht würdig. Die Augsburger können jetzt mit einigem Rückenwind zum letzten Europa-League-Spiel am kommenden Donnerstag bei Partizan Belgrad reisen, wo sie mindestens mit 3:1 gewinnen müssen, um doch noch in die Zwischenrunde einzuziehen.
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