HSV muss nachsitzen

Der HSV verzieht sich vor den Relegationsspielen gegen den KSC erneut nach Malente. Fußballdirektor Knäbel ist optimistisch. Trainer Labbadia hätte lieber einen anderen Gegner. Für den HSV ist es die zweite Relegation nacheinander.

Mit dem Geist von Malente will der Hamburger SV das Abstiegsgespenst endgültig verscheuchen. Drei Tage vor dem Relegations-Hinspiel gegen den Zweitliga-Dritten Karlsruher SC reiste der hanseatische Bundesligist am Pfingstmontag erneut in den 110 Kilometer entfernten Uwe-Seeler-Fußballpark, um sich den mentalen Feinschliff für die beiden Überlebensspiele zu holen und die seit 52 Jahren andauernde Erstliga-Herrlichkeit zu verlängern. "Ich bin optimistisch, dass wir diese Herausforderung bestehen", sagte HSV-Fußballdirektor Peter Knäbel zum Spiel am Donnerstag (20.30 Uhr). Zum zweiten Mal nacheinander müssen die Hamburger die Extrarunde drehen. Die Fans fiebern diesem Spiel entgegen, denn binnen 40 Stunden waren sämtliche 57 000 Tickets für das Heimspiel gegen den KSC vergriffen.

Allerdings teilt Labbadia mit dessen nächstem Gegner Karlsruher SC ein Stück Vergangenheit. Von 2001 bis 2003 spielte er für den damaligen Zweitligisten und erzielte 19 Pflichtspieltore. Eigentlich hätte der Hesse lieber einen Rivalen ohne emotionalen Bezug haben wollen. "Für mich ist das schwierig", gestand der 49 Jahre alte Coach. "Aber mein Herz schlägt für den HSV, und wir wollen mit aller Macht in der Bundesliga bleiben."

Lange Leidenszeit

Die Generalprobe für die Relegation ist geglückt. "Der Sieg gegen Schalke gibt uns noch einmal richtig Kraft", versicherte Labbadia. Immensen Stress mussten er und seine Spieler nach dem Abpfiff aushalten. Da das eigene Spiel mehrere Minuten vor den Partien der Konkurrenten beendet war, hatten sich die HSV-Profis noch auf dem Spielfeld um ein Handy geschart, um die anderen Spielstände in Erfahrung zu bringen. "Am schlimmsten war das Leiden, als aus Hannover das 2:1 verkündet wurde und noch zwei Minuten zu spielen waren", berichtete Knäbel.

Labbadia tigerte derweil am Spielfeldrand auf und ab und traute sich erst in den Stadiontunnel, als er das Signal bekam: Relegation perfekt. Die meisten der 57 000 Zuschauer harrten im Stadion aus, bis die Resultate bekanntwurden. Jubel brandete auf. Dann herrschte wieder Ruhe. Für Partystimmung gab es keinen Anlass.
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