HSV rettet sich mit Glück

Torschütze Nicolai Müller (links) und Zoltan Stieber jubeln nach dem entscheidenden Treffer in der Verlängerung. Mit dem 2:1-Erfolg im Relegations- Rückspiel beim Karlsruher SC schaffte Bundesliga-Gründungsmitglied Hamburger SV den Klassenerhalt. Bild: dpa

Wie im Vorjahr rettet sich der Hamburger SV nur mit viel Glück in der Relegation. Das Bundesliga-Gründungsmitglied darf nach einem packenden Duell beim KSC auch in der Saison 2015/16 in der ersten Liga spielen. Für Debatten sorgt ein Pfiff des Schiedsrichters.

Der Hamburger SV hat das Horrorszenario 2. Liga doch noch abgewendet und nach einem dramatischen Sieg beim Karlsruher SC den Klassenverbleib im Fußball-Oberhaus geschafft. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia setzte sich am Montag beim KSC nur mit sehr viel Glück nach Verlängerung mit 2:1 (1:1, 0:0) durch.

Bis zur 90. Minute führte der KSC mit 1:0, die Aufstiegs-Shirts lagen bereits neben der Bank parat. Doch dann schoss Marcelo Diaz (90.+1) mit seinem ersten Pflichtspieltor für den HSV das Bundesliga-Gründungsmitglied in die Verlängerung. In der 115. Minute zerstörte der eingewechselte Nicolai Müller mit seinem Treffer jäh die Karlsruher Erstliga-Träume. Kurz vor Schluss parierte HSV-Keeper René Adler noch einen Strafstoß von Rouwen Hennings (120.+2).

"Das ist ein unglaubliches Glücksgefühl", sagte Labbadia komplett durchschwitzt und aufgekratzt im TV-Sender Sky. "Es ist schwer, das alles in Worte zu fassen. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft." "Das ist unglaublich für den ganzen Verein, die ganze Stadt", sagte Kapitän Rafael van der Vaart. Der Karlsruher Sportdirektor Jens Todt sprach von einem "extrem bitteren Tag" und kritisierte die Entscheidung von Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin), der vor Diaz' direkt verwandeltem Freistoß ein umstrittenes Handspiel von Jonas Meffert gepfiffen hatte. "Den Freistoß darf man nicht geben, das ist absoluter Wahnsinn", sagte Todt. "Vor allem für die Spieler ist das eine Riesenenttäuschung", sagte KSC-Trainer Markus Kauczinski.

Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw gelang den Norddeutschen damit wie schon im Vorjahr nach einer völlig verkorksten Saison die späte Rettung. Der sechs Minuten vorher eingewechselte Reinhold Yabo hatte mit seinem Treffer in der 78. Minute die Badener 1:0 in Führung geschossen und nach dem 1:1 im Hinspiel das mit 27 986 Zuschauern ausverkaufte Wildpark-Stadion kurzzeitig in ein Tollhaus verwandelt.

Last-Minute-Schock

Nach dem Last-Minute-Schock in der regulären Spielzeit versuchte der KSC in den zusätzlichen 30 Minuten noch einmal alles, doch trotz der lautstarken Unterstützung von den Rängen reichte es nicht mehr zum sechsten Erstliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte.
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