"Ich lebe meinen Traum"

Vor einem Jahr war er ein unbekannter Eishockey-Spieler in der zweitklassigen American Hockey League. Nun gehört Tobias Rieder längst zum Stamm der Arizona Coyotes in der NHL. Ein Jahr, ein Aufstieg, eine Erfolgs-Geschichte.

Tobias Rieder muss nicht lange überlegen. Um seine vergangenen zwölf Monate zusammenzufassen, braucht der 22-Jährige weder lange Sätze noch blumige Umschreibungen. Ihm reichen vier Worte: "Ich lebe meinen Traum", sagte der Stürmer von den Arizona Coyotes aus der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL.

Alles andere wäre wohl auch untertrieben. Der Nationalspieler ist auf seiner Karriere-Leiter mit riesigen Schritten nach oben gestiegen und hat dabei gleich mehrere Stufen auf einmal genommen. Vor einem Jahr war der Landshuter noch ein Nobody. Jetzt ist er NHL-Stammspieler und gehört zu den zuverlässigsten Torschützen seines Clubs.

Dass er jetzt im Privatjet des Teams fliegt, in Fünf-Sterne-Hotels übernachtet und nicht einmal mehr seine Tasche tragen muss, war vor einem Jahr absolut undenkbar. Am 31. Oktober 2014 gewann Rieder mit den Portland Pirates, dem Farmteam der Coyotes, in der American Hockey League (AHL) gegen die St. John's Ice Caps daheim 7:3. Der Bayer schoss das Tor zum 5:3 und legte einen weiteren Treffer auf. Anschließend bereitete er sich auf die Partie zwei Tage später bei den Albany Devils vor. Doch zu diesem Spiel kam es für ihn nicht.

Jener 2. November sollte für ihn zum Wendepunkt seiner Karriere werden. Am Vormittag erhielt er den Anruf, am Abend stand er mit Arizona bei den Washington Capitals auf dem Eis. Seine Gegenüber waren keine Namenlosen mehr, sondern Weltstars wie Alexander Owetschkin. Rieder schoss das 6:3, es war letztlich das Siegtor zum 6:5. Das entscheidende Tor beim NHL-Debüt - das war zuvor von allen deutschen Profis nur dem heutigen Bundestrainer Marco Sturm gelungen.

Bereits in seinem 15. NHL-Match sicherte sich Rieder einen Eintrag ins NHL-Rekordbuch. Beim 5:2 in Edmonton gelangen ihm als erstem Rookie im Unterzahlspiel zwei Treffer innerhalb von 58 Sekunden. "Das war natürlich ein super Abend, so was passiert wahrscheinlich einmal in der Karriere", meinte er. Mittlerweile hat er 82 NHL-Partien absolviert, 16 Tore geschossen, zehn Treffer vorbereitet. Ja, der Rummel sei größer geworden. Aber privat habe sich sein Leben kaum verändert, betonte Rieder. Seinen Arbeitsweg legt er in Shorts und Flip Flops zurück. Selbst im Winter betragen die Temperaturen in Arizona 15 bis 20 Grad Celsius. Er genieße seine Zeit, so Rieder. Er lebt seinen Traum. Tag für Tag.
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