"Im richtigen Tief"

Während das Siegertrio Sarka Strachova, Mikaela Shiffrin und Wendy Holdener (von links) nach dem Slalom in Kühtai jubelte, fuhren die deutschen alpinen Sportlerinnen erneut hinterher. Bild: dpa

Auch im vierten Slalom der Weltcup-Saison hat es keine einzige deutsche Fahrerin zumindest mal in die Top 15 geschafft. Die Norm für die alpinen Ski-Weltmeisterschaften im Februar rückt für viele in weite Ferne. Dabei bleiben nur noch wenige Gelegenheiten.

Barbara Wirth vergoss nach ihrem schnellen Slalom-Aus noch an der Piste bittere Tränen, Christina Geiger war im Zielraum kaum besser gelaunt. "Das war leider immer noch nicht das, was ich kann, das weiß ich selber. Aber es fehlt halt einfach noch das Selbstvertrauen", konstatierte die 24-Jährige, die beim Weltcup-Torlauf am Montag im Tiroler Kühtai als beste deutsche Skirennfahrerin nur Platz 23 ergatterte. Auch knapp einen Monat vor den Weltmeisterschaften in den USA hat außer Viktoria Rebensburg keine deutsche Alpin-Dame die Norm für das Großereignis erfüllt; in der ersten Saison nach dem Rücktritt von Alleskönnerin und Frontfrau Maria Höfl-Riesch werden die Aussichten immer trüber.

Fast vernichtende Bilanz

"Das Damen-Team ist im Slalom schon in einem richtigen Tief", erkannte Wolfgang Maier, Alpinchef des Deutschen Skiverbandes (DSV). Das beste Slalom-Resultat in bislang vier Rennen dieses Winters bleibt Geigers 18. Platz aus Aspen Ende November - eine fast vernichtende Bilanz angesichts all der Erfolge der jüngeren Vergangenheit. "Wir wussten schon, dass die Saison nicht so einfach wird: Du hast dieses Riesenschutzschild Maria Höfl-Riesch nicht mehr vor dir", sagte Maier.

Von einem Platz in den Top 15, der zumindest die halbe WM-Norm sichern würde, sind alle deutschen Torlauf-Fahrerinnen weit entfernt. "Das ist sicher ein enttäuschendes Slalom-Ergebnis, dazu müssen wir stehen, das versuchen wir auch gar nicht schön zu diskutieren", bestätigte Maier nach dem Wettkampf in Tirol, den Olympiasiegerin und Weltmeisterin Mikaela Shiffrin (USA) vor der Tschechin Sarka Strachova und Wendy Holdener aus der Schweiz für sich entschied. "Wir haben uns dennoch vorgestellt, dass wir mit mehreren Läuferinnen immer unter die ersten 30 reinkommen", gestand Maier.
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