Investor Ismaik meldet wieder zu Wort - Zukunft der Führungsriege offen
Machtkampf im "Löwen"-Käfig

Drunter und drüber geht es beim TSV 1860 München. Zu den Wackelkandidaten gehört auch Sportdirektor Gerhard Poschner. Bild: dpa
Präsidium gegen Investor, Geschäftsführer in der Schwebe und knapp eine Woche vor dem Trainingsstart noch keine Entscheidung in der Trainerfrage: Beim TSV 1860 München wird die Lage nach dem in letzter Minute geglückten Klassenverbleib in der 2. Fußball-Bundesliga und wenige Tage vor dem Trainings-Neustart der Mannschaft immer unübersichtlicher.

Nun hat sich Investor Hasan Ismaik zu Wort gemeldet. Der Jordanier ergriff dabei für den angeschlagenen Sportdirektor Gerhard Poschner Partei. "Wir müssen Poschner bis 2017 bezahlen. Jetzt wollen sie ihn feuern. Wo ist da die Logik? Wir müssen ihm 500 000 Euro bezahlen", sagte Ismaik der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag): "Wir haben zu viel verloren in den letzten drei Jahren!"

Das Präsidium der "Löwen" um Gerhard Mayrhofer hatte einen Rückzug angekündigt, sollte Ismaik einer Entlassung Poschners nicht zustimmen. Erst am Sonntag teilte der Verein mit, man befinde sich "in sehr ernsthaften und produktiven Gesprächen" mit dem Investor. Ziel sei es, zeitnah eine langfristig tragfähige Lösung der Zusammenarbeit zu finden. Ismaik selbst schließt dagegen auch einen Verkauf seiner Anteile inzwischen nicht mehr kategorisch aus.

Offen ist neben dem Posten des Sportdirektors auch die Trainerfrage. Poschner erklärte, er würde gerne mit dem bisherigen Coach Torsten Fröhling verlängern, doch ihm seien die Hände gebunden. "Ich kann nichts tun. Ich brauche die Zustimmung der Gesellschafter. Und so lange ich die nicht habe, kann ich nichts unterschreiben", sagte Poschner. Fröhlings Vertrag läuft Ende des Monats aus. Der 48-Jährige war im Februar zum Chefcoach befördert worden. Er hatte nach dem Klassenverbleib signalisiert, weitermachen zu wollen.

Am kommenden Sonntag (21. Juni) findet die Mitgliederversammlung der Sechziger statt, einen Tag später ist Trainingsstart der Profis. Auch die Kaderplanung stockt wegen der ungeklärten Entscheidungen auf der Führungsebene. Wie das geplante Team in der Ende Juli beginnenden Zweitliga-Saison aussehen wird, ist noch unklar.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.