Jahn könnte in Elversberg einstelligen Tabellenplatz erringen
"Wir sind nicht auf Kurzpass abonniert"

Jahn-Coach Thomas Stratos freut sich auf die treuen Regensburger Schlachtenbummler, die die weite Reise bis fast nach Frankreich mit antreten - in das 13.000-Einwohner-Städtchen im Saarland. Bild: Herda
Sport DE/WELT
Deutschland und die Welt
22.11.2013
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Jahn-Coach Thomas Stratos freut sich auf die treuen Regensburger Schlachtenbummler, die die weite Reise bis fast nach Frankreich mit antreten - in das 13.000-Einwohner-Städtchen im Saarland. Bild: Herda

Zwei Punkte trennen den Tabellenzehnten Elversberg und den Zwölften Regensburg. Dabei standen die Saarländer, als Dietmar Hirsch das Training im idyllischen Waldstadion Kaiserlinde im September übernahm, noch mit drei Punkten auf dem 18. Tabellenplatz. Beide Teams können also einen Aufwärtstrend verbuchen – immerhin holte auch der Jahn aus den letzten drei Partien sieben Punkte.

Herr Stratos, das 1:0 gegen Kiel war eher Magerkost, nach dem Motto, Hauptsache gewonnen, in zwei Wochen interessiert das keinen mehr: Was hat Ihnen gefallen, die stabilere Abwehr mit den von Ihnen gelobten Außenverteidigern Fabian Trettenbach und Azur Velagic?

Stratos: Am Ende war‘s knapp, aber es gibt, glaube ich, keine zwei Meinungen, dass es verdient war. Gefallen hat mir, dass wir wenig zugelassen haben, auch wenn das Spiel sicher nicht ganz so war, wie wir es uns wünschen. Kiel ist eine Mannschaft, die nicht viel zulässt. Die stehen kompakt, versuchen die Räume zu zumachen, so dass du nur wenig Lücken bekommst. Dafür hatten wir aber doch wieder einige Chancen. Fabian Trettenbach und Azur Velagic haben sich beide sehr gut entwickelt. Fabian hatte das Problem, dass er sich nach dem guten Start gleich schwer verletzte. Er hat immer noch kleine Problemchen, aber ich weiß, er kann beißen, er ist wichtig für uns. Azur hat zu Beginn auf einer Position, die eigentlich nicht für ihn vorgesehen war, nicht so gespielt, wie wir das wollten. Er hat inzwischen umgestellt und löst seine Aufgabe sehr gut.

Etwas in Vergessenheit scheinen die schönen Ballstaffetten der ersten Spieltage zu geraten – liegt‘s am kleinen Formtief des Ballverteilers Aias Aosman?

Stratos: Es ist schon so, dass Aias für uns sehr wichtig ist. Aber wie ich schon sagte, er ist ein junger Mann, das ist ganz normal, dass er noch nicht so konstant ist. Ich denke aber jenseits dieser Personalie, wir werden uns auch als Mannschaft noch steigern. Der Gegner weiß inzwischen, wie wir spielen, und versucht, das Aufbauspiel zu unterbinden. Dafür gibt es andere Möglichkeiten, wir sind nicht auf Kurzpass abonniert. Vielleicht überbrücken wir mal das Mittelfeld schneller – oder oder oder ...

Vorne müht sich Romas Dressler – gibt ihm sein „Jahrhunderttor“ aus zehn Zentimetern Auftrieb?

Stratos: Auftrieb ja, aber auf den wird er leider zu Hause warten müssen. Wir haben gestern entschieden, dass er nicht mitfährt. Er hat sich verletzt, konnte kaum trainieren. Für ihn werden Bene Schmid und Abdenour Amachaibou auflaufen.

Was nehmen Sie vom erwarteten 0:3 beim Zweitliga-Tabellenkellerkind Ingolstadt mit?

Stratos: Das Spiel ist gelaufen, wie ich es mir dachte. Wir haben nicht auf das Spiel hin trainiert. Das war ein Zusatz und hatte nur die Bedeutung zu üben: Wie verhalte ich mich, wenn die Beine schwer sind? Der Kopf war willig, aber die Beine nicht mehr in der Lage, das schön zu spielen. Das Ergebnis interessiert mich nicht ganz so sehr.

Der Jahn spielt auswärts grundsätzlich gegen Gegner, die zuvor unglücklich 0:1 gegen Tabellenführer Heidenheim verloren haben – durch ein Eigentor von Marco Groß. Was erwarten Sie von den eher unscheinbaren Saarländern?

Stratos: Wenn man genau hinschaut, ist das eine sehr erfahrene Mannschaft mit einigen Stützen, die schon höherklassig gespielt haben, die genau wissen, was sie zu tun haben, die die Laufwege kennen. Das bedeutet für uns, wir müssen den Gegner zum Laufen bringen – die Erfahrung hat vielleicht den Nachteil, dass der ältere Spieler schon dort steht, wo er den Jungen erwartet – also muss der ihn überraschen. Wir müssen Laufbereitschaft und Ideen zeigen.


Haben Sie das Video des SV 07 in Heidenheim geguckt?

Stratos: Nein, mich hat mehr deren Heimspiel gegen Unterhaching interssiert, auch weil das eine Mannschaft ist, die so ähnlich spielt wie wir. Die Voraussetzungen sind für beide Mannschaften gut. Wir müssen alles bringen, haben aber den Vorteil, dass wir gerade in der Vorwärtsbewegung sind, einen Sieg im Rücken haben. Wir sind in der momentanen Phase sehr gut drauf, die Jungs im Training sehr zielstrebig.

Hat sich im Training jemand aufgedrängt oder können wir von der Aufstellung von Kiel ausgehen – mit Ausnahme von Romas?

Stratos: Das Schwierige ist nicht, eine Mannschaft aufzustellen, sondern jemanden zu Hause zu lassen. Alle Jungs sind sehr willig. Aber es stimmt, es wird weitgehend auf die Elf von Kiel rauslaufen. Wir fahren jetzt gleich los und ich freue mich, dass immer Fans dabei sind, die uns begleiten. Wenn du schaust, wieviel sich da aufraffen, um uns zu unterstützen, ist das ein gutes Gefühl.