Jahn Regensburg, Rostock und Großaspach hoffen mit Umbruch auf die Rettung
Drittliga-Unterhaus rüstet auf

Jahn Regensburg steht vor dem Absturz in die Fußball-Regionalliga. Dennoch geben sich die Oberpfälzer trotz der aussichtslos scheinenden Lage nicht auf. Schon während der Hinrunde in der 3. Liga hatte der Tabellenletzte fleißig am Kader gebastelt und vier vereinslose Spieler, darunter den ehemaligen Nationalspieler Lukas Sinkiewicz, geholt. In der Winterpause krempelte der Sportliche Leiter Christian Keller die Mannschaft weiter um. Sieben Spieler, darunter Marvin Knoll (SV Sandhausen), Aykut Öztürk (Sivasspor) oder Richard Strebinger (Werder Bremen), kamen und sollen die Qualität noch einmal erhöhen. "In erster Linie geht es darum, uns nach einer Hinrunde, die schlechter nicht sein konnte, zu rehabilitieren. Wir mussten etwas ändern", sagt Keller: "Wir wollten Spieler, die das verstehen und selbst eine Plattform suchen, sich zu präsentieren."

Allerdings macht ein Beispiel aus dem Vorjahr wenig Hoffnung. Damals hatte der 1. FC Saarbrücken im Winter einen Kraftakt unternommen und seine halbe Mannschaft ausgetauscht, insgesamt zwölf Spieler verpflichtet - am Ende stiegen die Saarländer trotzdem ab. "Wir sind nicht blauäugig und wissen, dass die Wahrscheinlichkeit es zu schaffen, deutlich geringer ist als es nicht zu schaffen. Aber es ist unsere Verantwortung und unser Leitgedanke, den letzten verbliebenen Mini-Strohhalm zu ergreifen. Es kann immer alles passieren", gibt sich Keller kämpferisch. Aber auch der Trainerwechsel im November von Alexander Schmidt zu Christian Brand hatte den Verein nicht stabilisiert, Regensburg verlor alle fünf Spiele unter Brand, holte nur einen Punkt aus den letzten acht Spielen.

Auch die ebenfalls abstiegsbedrohten Vereine FC Hansa Rostock und SG Sonnenhof Großaspach setzen auf einen winterlichen Neuaufbau. Rostock allerdings nicht ganz freiwillig, immerhin mussten die Ostseestädter auch aus der wirtschaftlichen Not heraus mit Max Christiansen (FC Ingolstadt) und David Blacha (SV Wehen Wiesbaden) zwei Leistungsträger ziehen lassen.

Großaspach mit Gönner Uli Ferber hat dagegen wirklich nachgerüstet, unter anderem Stürmer Matthias Morys von Zweitligist RasenBallsport Leipzig zurückgeholt. Dafür sind die im Herbst zu den Schwaben gestoßenen Nico Granatowski und Cidimar schon wieder weg. Während die drei vor den Abstiegsplätzen rangierenden Zweitvertretungen vom VfB Stuttgart, Borussia Dortmund und FSV Mainz 05 nur kleine Änderungen am Kader vornahmen, musste die immer mehr zum Ausbildungsverein mutierende SpVgg Unterhaching den Abgang von Torhüter Michael Zetterer zu Werder Bremen und Top-Scorer Andreas Voglsammer zum 1. FC Heidenheim verkraften.

Die restlichen Clubs haben sich im Wintertransferfenster bis zum Donnerstag zurückgehalten. Vier Tage vor Ende der Wechselperiode verzeichnen die 20 Vereine 85 Zu- und Abgänge, von denen fast die Hälfte auf das Konto von Regensburg, Rostock und Großaspach gehen.
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