Jetzt fällt auch Benatia aus

Breitseiten wird Mehdi Benatia in den nächsten Wochen nicht abfeuern können. Der Innenverteidiger vergrößert mit einem Muskelfaserriss das Bayern-Lazarett. Bild: dpa

Dem FC Bayern gehen im Saisonfinish die Spieler aus. Erst Robben, Ribéry und Alaba, dann Schweinsteiger und jetzt auch noch Benatia: Coach Guardiola muss gegen Eintracht Frankfurt am Samstag improvisieren - und dabei zugleich an die viel wichtigere Champions-League denken.

Pep Guardiola faltete die Hände und blickte flehend nach oben. Ausgerechnet vor den wichtigsten Spielen der Saison plagen die Bayern Personalsorgen, wie sie der Coach noch nie erlebt hat. "Die Situation ist kritisch, sehr kritisch", sagte der Spanier einen Tag vor dem Bundesliga-Duell gegen Frankfurt. Robben, Ribéry, Schweinsteiger, Alaba, Martínez und nun Verteidiger Medhi Benatia, der wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel bis zu vier Wochen ausfällt: Dem Fußball-Rekordmeister gehen die Spieler aus. "Ich weiß nicht, wie lange wir mit dieser Situation leben können", klagte Guardiola.

Der Coach ist zum Improvisieren verdammt, zählte er am Freitag beim Training doch nur noch 14 gesunde Spieler. Die Lage ist so extrem, dass Guardiola entgegen seinen Gepflogenheiten andeutete, schon jetzt das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions-League in Porto in der nächsten Woche im Hinterkopf zu haben. Er könnte gegen Frankfurt also Spielern eine Verschnaufpause gönnen - falls er denn Ersatz findet. "Wir sind müde", gab Guardiola zu. "Aber ich hoffe, dass der Kopf die Beine kontrollieren kann." Er lächelte oft bei der Pressekonferenz, seine Scherze wirkten aber wie Galgenhumor: "Wir hatten schon viele Probleme, und jetzt haben wir noch mehr Probleme."

Franck Ribéry fehlt nun schon seit gut vier Wochen und bleibt auch für die Partien gegen Porto fraglich. "Er könnte uns auch für fünf Minuten helfen", meinte der Coach - der schon Philipp Lahm und Thiago Alcántara einsetzen muss, obwohl diese noch nicht topfit sind. Nun traf es also auch noch Millioneneinkauf Benatia, der in beiden Spielen gegen Porto fehlen dürfte. "Berufsrisiko", witzelte der Marokkaner bei Twitter.

Das Liga-Duell gegen Lieblingsgegner Frankfurt, der zuletzt fünfmal in Serie zu null bezwungen wurde, spielt bei den Bayern in dieser Lage nur eine untergeordnete Rolle - auch wenn Guardiola den ersten von noch vier maximal nötigen Siegen bis zur Meisterschaft holen will.
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