Jürgen ärgert Jogi: Pleite gegen die USA

US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann (links) freut sich, Bundestrainer Jogi Löw schaut grimmig: Die Gefühlswelten nach dem Länderspiel in Köln waren höchst unterschiedlich. Bild: dpa

Von Urlaubsstimmung war den deutschen Nationalspielern beim Test gegen die USA 40 Minuten lang nichts anzumerken. Dann baute Joachim Löws Team stark ab und kassierte kurz vor Schluss die erste Heimniederlage gegen die Amerikaner.

Nur eine Halbzeit Fußball-Sommerspaß und der Sieger heißt Jürgen Klinsmann: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat einen erfolgreichen Heim-Abschluss zum Ende einer komplizierten Saison verpasst. Gegen die USA setzte es nach 40 lustvollen Minuten und dem Führungstreffer von Mario Götze (12. Minute) eine bittere 1:2 (1:1)-Niederlage. Für Klinsmanns US-Boys erzielte Mix Diskerud (41.) und Bobby Wood vom Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue (87.) vor 40 348 Zuschauern in Köln die Treffer zum ersten Sieg im Land des vierfachen Weltmeisters. Mit einem Lattenkopfball verpasste der eingewechselte Sami Khedira (90.+4) am Ende noch den möglichen Ausgleich. "Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr, sehr zufrieden, in der zweiten Halbzeit sind uns zunehmend die Kräfte geschwunden", bilanzierte Bundestrainer Joachim Löw, der nach der Partie von seinem Amtsvorgänger Klinsmann freundschaftlich in den Arm genommen wurde. Am Samstag wird die Aufgabe für Löws Auswahl im EM-Qualifikationsspiel in Faro gegen Gibraltar allerdings leichter. Dann soll es vor dem Sommerurlaub den erwartete klaren Sieg und drei Punkte auf dem Weg zur EM 2016 geben.

"Das Spiel heute war wichtig, um wieder in den Rhythmus zu kommen. Klar wollten wir gewinnen. Aber man muss auch sehen, woher die Amerikaner kommen und woher wir kommen vom Fitness-Level. Ich gehe davon aus, dass wir gegen Gibraltar ein gutes Spiel zeigen", sagte Kapitän Bastian Schweinsteiger nach seinem 110. Länderspiel. "Wenn wir frühzeitig die Tore machen, dann sieht das anders aus hier. Gegen Gibraltar müssen wir unsere Torchancen nutzen", betonte Götze.

Löw hatte von seiner Mannschaft im letzten Heimspiel vor der Sommerpause Konzentration und Engagement gefordert, tatsächlich klappte das Umschalten vom Ferien- in den Wettkampfmodus erstaunlich gut. Die DFB-Elf demonstrierte, dass sie noch Lust auf Fußball hat, agierte spritzig und spielfreudig. Vor allem der Gladbacher Patrick Herrmann, den Löw als 75. Neuling in seiner Amtszeit aufs Feld schickte, wirkte belebend auf das deutsche Spiel.

Der 24-Jährige trat für einen Debütanten ungemein mutig und frech auf und leitete über die rechte Seite fast alle torgefährlichen Aktionen in der ersten Halbzeit ein. Nach der Pause baute er aber ebenso ab wie einige seiner Kollegen. Mesut Özil als kluger Ballverteiler und Götze bewiesen viel Zug zum Tor. Allerdings offenbarte der Münchner Götze wie auch der deutlich abfallende Wolfsburger Edelreservist André Schürrle erneut Mängel im Torabschluss, die Löw schon nach dem 2:0-Sieg im März in Georgien moniert hatte.
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