Julian Draxler darf Verein nicht verlassen
Draxler muss bleiben

Julian Draxler verlässt den Platz während einer Trainingseinheit des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg. Er wollte auch den Verein verlassen, aber die Verantwortlichen lehnen das ab. Bild: dpa

Die Fans des VfL Wolfsburg sind sauer auf Julian Draxler. Der Weltmeister will den Verein verlassen. Der Verein lehnt das ab. Eine Ausstiegsklausel für den 22-jährigen Profi gibt es erst 2017.

Wolfsburg. Mit einem Machtwort hat der VfL Wolfsburg den sofortigen Wechselwunsch von Fußball-Nationalspieler Julian Draxler abgelehnt. Der Weltmeister wollte als vierter Top-Spieler nach Naldo, André Schürrle und Max Kruse den Club verlassen. Er teilte seine Absicht per Interview mit und brüskierte Trainer Dieter Hecking und Geschäftsführer Klaus Allofs. Die VfL-Führung erklärte, dass sie dem Wunsch nicht entsprechen werde.

Kein Transfer


"Der VfL Wolfsburg wird Julian Draxler in der aktuellen Periode nicht transferieren", versicherte die Vereinsführung. Die Verantwortlichen verwiesen auf den Fünfjahresvertrag aus dem Vorjahr, in dem "gemeinschaftlich mit Julian Draxler und seinem Management" eine Ausstiegsklausel verankert worden ist, die erstmals im Sommer 2017 greift. Die dann fällige Ablösesumme soll 75 Millionen Euro betragen.

Draxler war 2015 für 35 Millionen von Schalke 04 nach Wolfsburg gekommen. Auch in Gelsenkirchen hatte er zuvor einen Fünfjahresvertrag bis 2018 unterzeichnet. Der Profi verließ Schalke, weil er in Wolfsburg eine bessere sportliche Perspektive sah. Allerdings verpassten die Niedersachsen vorige Saison einen Europapokal-Platz. Draxler erklärte unmissverständlich seinen Wechselwunsch und griff dabei die VfL-Führung an. Angeblich soll es eine mündliche Zusage gegeben haben, dass er den Verein bereits nach einem Jahr verlassen könne. Diese Darstellung wies Wolfsburg zurück: "Der VfL Wolfsburg macht deutlich, dass es seitens der Verantwortlichen zu keinem Zeitpunkt schriftliche oder mündliche Zusagen bezüglich eines Wechsels von Julian Draxler innerhalb der aktuellen, bis zum 31. August 2016 noch andauernden Transferperiode gegeben hat."

Nachfrage erwartet


"Bei mir ist es so, dass ich mich nach der EM gegenüber Trainer Dieter Hecking klar geäußert habe, dass ich den VfL Wolfsburg verlassen möchte. Der Trainer weiß seit drei Wochen Bescheid", hatte Draxler erklärt. Der 22 Jahre alte Offensivspieler ist bei FC Arsenal oder Juventus Turin im Gespräch. Er kritisierte, dass "seit Wochen rund um meine Person kommuniziert wird. Das habe ich anders erwartet, zum Beispiel dass mal jemand auf mich zukommt und fragt, wie sieht es bei dir aus."

Das Verhältnis zur Vereinsführung und zu den Fans dürfte auch nach der Klarstellung des Vereins extrem angespannt sein. Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge kritisierte das Vorgehen des Weltmeisters. "Ich denke, ich spreche im Namen der Bundesliga, weil es nicht sein kann, dass wir nur noch Wunschprogramm haben, wenn der Spieler den Verein verlassen will, dass ihm dann die Tür aufgemacht wird, idealerweise noch zu preiswerten Beträgen. Andernfalls ist die Stabilität unserer Liga infrage gestellt."

Allofs und Hecking hoffen nun, dass sich die Aufregung um Draxler legt. "Wir gehen davon aus, dass damit alle Unklarheiten beseitigt sind und dass von allen Beteiligten zu einer professionellen, verantwortungsvollen Zusammenarbeit zum Wohle des VfL Wolfsburg und insbesondere auch unserer Fans zurückgekehrt werden kann."
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